Erfolgreiche politische Kommunikation erreicht zuerst das Herz, dann den Verstand. Ein Fakt kann unumstößlich sein, eine Statistik erschlagend deutlich – wenn die Information nicht im Herzen ankommt, hat sie es schwer, das Hirn zu erreichen.
Vom Geschichtenerzählen
Nie ohne Seife waschen. Vermutlich haben sich die meisten von uns mit Hilfe dieser Eselsbrücke die vier Himmelsrichtungen gemerkt. Norden, Osten, Süden, Westen – das sind die Fakten. Schon der kleinste Hauch einer Geschichte hilft, sie uns zu merken. Menschen lieben Geschichten. Auch in der politischen Kommunikation.
Was nützt die beste Statistik, wenn sie mich nicht berührt? Willy Brandt hätte 1970 in Warschau lange Reden über deutsche Schuld halten können. Stattdessen ging er schweigend vor dem Mahnmal des Warschauer Ghettos auf die Knie. Keine Worte, keine Zahlen – nur eine Geste, die Millionen Menschen im Herzen erreichte.
Über die Details der Ostverträge weiß heute kaum jemand Bescheid. Den Kniefall kennen die meisten.
Nun hat man nicht täglich die Chance zur weltpolitischen Geste. Wir alle haben aber täglich die Chance, eine Geschichte statt eines bloßen Fakts zu erzählen.
Drei Wege zum Herzen
Das heißt nicht, dass wir auf Fakten pfeifen und uns gute Geschichten ausdenken sollen. Das würde früher oder später auffliegen. Aber pure Fakten lassen die Menschen kalt. Wer aktivieren möchte, muss berühren. Drei Wege, die funktionieren:
1. Bilder malen
Die Sonne lockt die Menschen ins Freie. Seht ihr sie, in den Parks, auf den Bänken, die Gesichter der Sonne zugewandt?
Man hätte sie nicht gesehen, wenn da stünde: Die Temperatur ist über Nacht um fünf Grad gestiegen und die sechs Sonnenstunden stellen frühlingshafte Tage in Aussicht. Kein Bild im Kopf. Eine vertane Chance.
Was immer ihr sagen wollt: Macht es anschaulich.
2. Mach's persönlich
„Wir müssen nah bei den Menschen sein." Oft gehört.
Besser: Wenn eine Verkäuferin Angst hat, dass die Selbstbedienungskasse ihren Job übernimmt, müssen wir ihr Sicherheitsnetz sein. Wenn die alte Dame mit dem Rollator den Weg zum nächsten Bäcker nicht mehr schafft, dann haben wir ein Problem in dieser Stadt.
Menschen erinnern sich nicht an Floskeln. Sie erinnern sich an die Verkäuferin und die Dame mit dem Rollator.
3. Echt statt perfekt
Die Story vom perfekten Lebenslauf, der zielstrebig die Karriereleiter hochführt? Glaubt sowieso keiner. Umwege, Zweifel, Scheitern sind menschlich. Das verbindet.
Martin Luther King hat seinen Traum geteilt, nicht seinen Masterplan. Angela Merkel hat mit „Wir schaffen das" Hoffnung ausgesprochen, nicht Gewissheit.
Authentizität schlägt Perfektion.
Emotion aktiviert
Fakten sind das Fundament einer Geschichte. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Erfolgreiche politische Kommunikation setzt auf Emotion – weil jedes Gefühl besser ist als Gleichgültigkeit. Weil Gefühle aktivieren.
Welche Geschichte wollt ihr erzählen? Und wem, über welche Kanäle? Wie das konkret aussehen kann, zeigen wir gern im Gespräch.
