Fünf Tipps für den Kommunalwahlkampf: So wird eure Kampagne erfolgreich
Kommunalwahlen sind Nahkämpfe. Nirgends sind Kandidat*innen so nah an den Wähler*innen. Gerade deshalb machen diese Wahlkämpfe so viel Spaß, gerade deshalb sind ihre Ergebnisse mitunter überraschend. Für die Kandidat*innen sind sie Herausforderung und Chance zugleich.
Je kleiner die Kommune, desto eher kennt man sich persönlich. Was nicht heißt, dass man keine Wahlkampfstrategie braucht. Im Gegenteil: Wer planlos losläuft, hat es in großen wie kleinen Kommunen schwer. In aller Regel sind die Teams und Budgets auf kommunaler Ebene kleiner. Da heißt es, Ressourcen gezielt einsetzen und kreativ werden.
1. Macht es konkret
Was verändert sich, wenn ich ins Rathaus einziehe? Und was haben die Menschen davon? Auf diese Fragen brauchen Kandidierende eine klare Antwort. Keine fünfseitige Abhandlung, sondern eine kurze, merkfähige Aussage. Die Quintessenz all eurer Vorhaben. Nennt es Vision, Narrativ oder Botschaft. Hauptsache, ihr habt sie und könnt sie glaubhaft erzählen. Immer wieder. Denn nur weil ihr etwas einmal sagt, haben es längst nicht alle gehört.
Werdet konkret. Der blaue Himmel über der Ruhr, die familienfreundlichste Gemeinde, Kita-Plätze, Straßensanierung: Was hat man davon, wenn man euch wählt? Lasst es die Menschen wissen.
2. Wer ist eure Zielgruppe
Euer Plakat muss nicht an jeder Straßenlaterne hängen, sondern an den entscheidenden. Ihr werdet nicht alle Menschen mit eurem Angebot erreichen. Fokussiert euch auf die Türklinken, hinter denen die größten Chancen stecken. Wessen Leben wollt ihr konkret verbessern? Geht hin und erzählt davon.
Je kleiner die Kommune, desto eher könnt und müsst ihr alle abklappern. Je größer die Kommune, desto mehr strategische Überlegungen solltet ihr darauf verwenden, wo euer Potenzial am größten ist. Wo trefft ihr eure Zielgruppe? Wer am Ende des Wahlkampfs abgelaufene Schuhsolen hat und hauptsächlich politisch Andersdenkende an den Wahltag erinnert hat, hat nichts gewonnen.
3. Persönlichkeit
Kommunalwahlen, vor allem Bürgermeister*innen-Wahlen, gewinnen Personen, nicht Parteien. Ihr müsst Persönlichkeit zeigen. Dabei geht es nicht um eine schrille Krawatte, sondern um Haltung. Was ist euer Profil? Entsprechend müsst ihr auftreten.
Ein Beispiel: Mit Jan-Christoph Schaberick haben wir für seinen Landrats-Wahlkampf im Ennepe-Ruhr-Kreis auf das Thema „Verlässlichkeit" gesetzt. Genau die muss er ausstrahlen, auf jedem Bild, bei jedem Haustürbesuch. Seine Kleidung, seine Sprache, seine Botschaften sagen: Auf mich können sich die Menschen im Kreis verlassen.

4. Menschen mobilisieren
Die Wahlbeteiligung ist auf kommunaler Ebene niedriger als auf Bundes- oder Landesebene. Genau deshalb ist die Mobilisierung ein Schlüsselfaktor. Ihr müsst die Menschen dazu bewegen, zur Wahl zu gehen.
Wie das klappt? Haustürwahlkampf, lokale Veranstaltungen, persönliche Ansprache. Manchmal sind es die kleinen Dinge: Einmal die Woche gibt es Kuchen, Kaffee und gute Gespräche an einem zentralen Ort. Seid da, hört zu, stellt euch vor. Menschen wählen Menschen.
5. Erregt Aufmerksamkeit
Aufmerksamkeit ist eine der wichtigsten Währungen im Kommunalwahlkampf. Wer unsichtbar bleibt, wird nicht gewählt.
Ein Beispiel: Nasser Ahmed hat in Nürnberg für die SPD als Oberbürgermeister kandidiert. 38 Jahre alt, in einer Sozialwohnung aufgewachsen, der erste Akademiker in seiner Familie. Unser Ziel war es, von Beginn an Augenhöhe mit dem CSU-Amtsinhaber zu erreichen und alles auf einen Zweikampf zuzuspitzen. Erreicht haben wir das über eine mutige und frische Inszenierung des Kandidaten. Zur Überraschung des Amtsinhabers hat Nasser Ahmed es in die Stichwahl geschafft und nur knapp verloren.
Wie ihr diese Aufmerksamkeit bekommt? Überlegt euch, welche Inszenierung zu euch passt. Mit welchen Themen könnt ihr überraschen und punkten? Das muss zu eurer Erzählung passen. Laut sein und anecken ist kein Ziel, smart Themen setzen und den Diskurs führen schon.

Kommunalwahlkampf mit ASK: Von der Strategie bis zum Wahltag
Ob Bürgermeister*innen-Wahl oder Kampagne für den Gemeinderat: Wir begleiten Kandidierende und Parteien von der Strategieentwicklung über die kreative Umsetzung bis zur Mobilisierung am Wahltag. Aus zahlreichen erfolgreich abgeschlossenen Projekten wissen wir, worauf es ankommt.
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