Vor ein paar Wochen sagte der Unternehmer Raoul Roßmann: „Ich möchte Björn Höcke nicht in meiner Firma begrüßen müssen." Damit bezieht der Geschäftsführer der Drogeriekette nicht nur klar Stellung für Demokratie, Toleranz und Rechtsstaat, sondern tut das, was viele seiner Kund*innen erwarten: Er zeigt Haltung.
Haltung ist gerade in kontroversen Zeiten das Pfund, nach dem gewichtet wird. Für Politiker*innen selbstverständlich, beeinflusst sie längst nicht nur Wahlen, sondern auch Konsumverhalten und private Entscheidungen. Dabei gilt: Wer Haltung zeigt, übernimmt Verantwortung für unsere Gesellschaft. Denn Haltung ist mehr als ein Add-on – und wer authentisch seine Werte kommunizieren will, muss mehr tun, als zum Pride Month einen Regenbogen-Pulli zu verkaufen. Sonst riskiert er seine Glaubwürdigkeit.
1. Wertekompass definieren
Auch wenn es simpel klingt: Legt genau fest, wofür oder wogegen ihr steht. Das macht es leichter zu entscheiden, welche Debatten ihr führen könnt und wie ihr euch äußert. Woran wollt ihr euch orientieren, wovon grenzt ihr euch ab, welches sind die roten Linien, die ihr nicht überschreiten wollt?
2. Klar und transparent sein
Zeigt deutlich, wofür ihr steht und wie ihr das umsetzt. Dazu gehört auch, standhaft zu bleiben, wenn es Gegenwind gibt. Bleibt im Gespräch, haltet Kritik aus und sucht den Austausch. Steht dazu, wenn mal etwas nicht perfekt läuft, statt Missgeschicke zu verschleiern. Das gilt in der internen genauso wie in der externen Kommunikation.
3. Konsequent und authentisch bleiben
Eure Haltung sollte sich durch eure gesamte Kommunikation ziehen. Purpose-Washing ist schnell entlarvt und kann zum Bumerang werden. Stellt daher sicher, dass ihr die Werte auch lebt, für die ihr euch öffentlich einsetzt. Ein Unternehmen, das sich für Gleichberechtigung stark macht und nur Männer in der Chefetage sitzen hat, ist beispielsweise wenig glaubwürdig.
4. Nicht provozieren lassen
Die eigene Haltung klar zu kommunizieren, muss nicht unbedingt laut vonstatten gehen. Haltung kann auch sanft oder zurückhaltend sein und bedeuten, sich nicht zu allen Themen zu äußern. Unseren Kund*innen – in der Politik und außerhalb – raten wir: Springt nicht über jedes Stöckchen, das euch hingehalten wird. Gerade dann, wenn eine Debatte nur zusätzliche Aufmerksamkeit für die andere Seite bringt, zeugt es von Haltung, sich nicht provozieren zu lassen.
5. Verbünden
Gemeinsam seid ihr lauter. Sucht den Schulterschluss mit Gleichgesinnten und achtet auch bei euren Partner*innen und Kooperationen darauf, dass sie dieselben Werte teilen wie ihr. Das stärkt die Sache an sich und gibt eurer Kommunikation und eurer Haltung mehr Rückenwind. Der Marie-Schlei-Verein, den wir bei der Gründung seiner Marke „Be Independent" begleiten durften, zeigt, wie das geht. Die Werte sind die gleichen wie vor 30 Jahren, die Marke spricht eine zeitgemäße Sprache und die Kooperationen sind auf Augenhöhe.

Wenn Haltung für euch mehr ist als eine Yogapose: Sprecht uns an.


