Weihnachten steht vor der Tür und die meisten von uns freuen sich auf eine kleine Auszeit zwischen Gänsebraten und Glühwein. Doch was, wenn der Onkel „nur mal sagt", was er von „denen in Berlin" oder „den Ausländern" hält? Ho-ho… hier hört der Spaß auf. Fünf praxisnahe Tipps für den Umgang mit Populismus von ASK.
1. Pick your battles – Atme durch und überlege, ob du reingehst
Nicht jede Provokation verdient eine Antwort. Verhärtete Positionen lassen sich am Esstisch selten aufbrechen.
Wichtig: Das eigentliches Publikum sind die anderen am Tisch, nicht der Onkel mit dem gefestigt autoritären Weltbild. Sprich für die Stillen, nicht gegen den Lautesten.
2. Sorgen ernst nehmen – Sündenböcke zurückweisen
Starte mit Gemeinsamkeiten, bevor du widersprichst.
> Beispiel: „Dass du dir Sorgen um deine Rente machst, verstehe ich. Aber dass ‚die Ausländer' oder ‚die da oben' schuld sind, greift zu kurz."
Echte Sorgen verdienen echte Antworten, keine Feindbilder.
3. Nachfragen statt Gegenreden
Populismus lebt von Vereinfachung. Also frag konkret nach:
- „Wer genau sind ‚die'?"
- „Was würdest du konkret ändern?"
- „Wie soll das funktionieren?"
Je präziser die Frage, desto schneller bröckelt die Schwarz-Weiß-Logik. Bonus: Du wirkst nicht belehrend, sondern interessiert.
4. Für Werte stehen, statt Positionen bekämpfen
Statt dich in Gegenargumenten zu verlieren: Sprich über deine Werte.
- Warum ist dir Menschenwürde wichtig?
- Warum hältst du Vielfalt für eine Stärke?
- Warum braucht Demokratie Kompromisse?
Für etwas zu sprechen, überzeugt mehr als ewiges Gegenhalten. Denn am Ende sind es Visionen, die Herzen gewinnen.
5. Rote Linien ziehen
Bei Rassismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit oder Gewaltverherrlichung ist Schluss.
Sag es klar: „Ich diskutiere gern hart in der Sache, aber wenn Menschen pauschal abgewertet werden, ist für mich eine Grenze erreicht."
Und wenn die Grenze ignoriert wird? Dann steig aus dem Gespräch aus. Schweigen wäre Zustimmung, Rausgehen zeigt Haltung.
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Wir hoffen, dass ihr diese Strategien unterm Baum nicht braucht. Im Alltag aber vielleicht schon. Wer mehr über den Umgang mit Populismus im (politischen) Alltag erfahren möchte: Wir bieten Workshops zum Thema an.
