Was passiert, wenn niemand mehr hilft, Anne von Fallois

21.11.2025
Folge
22
Zu Gast
Anne von Fallois
beschreibung

Anne von Fallois ist Juristin, ehemalige Beraterin im Bundestag und heute geschäftsführende Vorstandsvorsitzende der Deutschen AIDS-Stiftung. Sie bringt jahrzehntelange Erfahrung aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft mit – und engagiert sich mit klarer Haltung für Respekt, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Transkript (KI-generiert)

Thomas Mühlnickel: Anne von Fallois, schön, dass du da bist.

Anne von Fallois: Ich freue mich, dass ich hier sein darf.

Thomas Mühlnickel: Anne, der Podcast heißt ja, damit die Guten gewinnen. Wer sind denn für dich die Guten?

Anne von Fallois: Die Guten sind die, die an Sachen glauben, die größer sind als sie selbst, die das Gemeinwesen mitgestalten wollen, die ihrem Gegenüber mit Respekt und Toleranz begegnen.

Thomas Mühlnickel: Respekt und Toleranz ist gerade ein Thema bei uns, ne?

Anne von Fallois: Das kann man wohl laut sagen. Ich glaube, wir haben viel zu tun, viel zu arbeiten an unserem gesellschaftlichen Klima. Es ist schon wirklich befremdlich, entsetzlich, was man so erlebt. Auf den Straßen, in Social Media, in der Art und Weise, wie wir miteinander reden, ist es ja gar nicht. Sie sind übereinander reden und übereinander wegschreien. Wir müssen da dringend was machen. Wir müssen uns besser zuhören und uns wieder auf Augenhöhe begegnen. Das heißt auch in die Augen schauen. Können wir jetzt hier nicht, aber sollten wir tun.

Thomas Mühlnickel: Wir beide kriegen das schon mal anfangen. Hast du für dich eine Theorie, wie wir da reingerutscht sind, dass es so ist, wie es heute ist?

Anne von Fallois: Also ich glaube, diese Entgrenzung, das hat sicherlich viel mit Social Media zu tun. mit der Möglichkeit, einfach mal sowas rauszuhauen, ohne dafür gleich sanktioniert zu werden und ohne auch zu erleben, was das mit dem Gegenüber macht. Also da sind so ein bisschen dann die Spiegelneuronen ausgeschaltet, der Empathie. Die Möglichkeit, dass jeder und jede ein Sprachrohr zu meinen glaubt, zu haben glaubt, so, das ist, glaube ich, ein großer Grund für diese Entgrenzung.

Thomas Mühlnickel: Wenn alle auf Sendung sind, entgleist es?

Anne von Fallois: Ich fürchte, ja, vor allen Dingen, wenn alle auf Sendung sind, ohne zuzuhören und ohne ein Gespür dafür zu haben, was macht das eigentlich jetzt mit meinem Gegenüber, was tue ich da eigentlich gerade, wenn ich so übergriffig bin.

Thomas Mühlnickel: Wie gehst du selber mit sozialen Medien um?

Anne von Fallois: Ich nutze Social Media informativ. Ich selber mache nur LinkedIn. Meine Mitarbeitenden machen auch Facebook und Insta. Aber ich versuche, das gut zu dosieren. Ich versuche auch nur dann, was zu sagen, wenn ich was zu sagen habe. Und ich versuche auch nur dann, Dinge zu kommentieren, wenn ich den Eindruck habe, dass mein Kommentar die Debatte weiterbringt.

Thomas Mühlnickel: Ich finde das selbst immer total schade, weil ich bin auch auf LinkedIn sehr aktiv und ich bin ja ein sehr politischer Mensch und Beratpolitiker. Und wenn ich einfach nur fachlich erzähle, wie hat man etwas gemacht, dann gähnt das Netz. Und wenn ich oft Friedrich Merz einprügele, weil er einen Fehler gemacht hat, dann habe ich danach irgendwie 200 neue Follower. Das ist auch so ein bisschen bitter, dass es nur mit dieser Empörung immer funktioniert.

Anne von Fallois: Ja, aber ich glaube, wir dürfen dem Affen keinen Zucker geben. Lorenz Maroldt, der Herausgeber des Tagesspiegels, hat neulich mal ausgegeben die Devise, wir sollten uns nicht empören, sondern entpören und da ist wirklich viel dran. Ja, das macht keine Klicks, aber es ist wahrhaftig und davon brauchen wir ein bisschen mehr.

Thomas Mühlnickel: Entpörung ist ein großartiger Begriff, der ist heute zum ersten Mal bei mir angekommen, aber der gefällt mir sehr.

Anne von Fallois: Also ich kann kein Copyright in Anspruch nehmen, Lorenz Maroldt, aber ich finde, er hat recht.

Der Weg von Anne von Fallois in die Deutsche AIDS-Stiftung

Thomas Mühlnickel: Anne, wir wollen dich mal ein bisschen besser kennenlernen. Du hast ja eine bewegte Laufbahn hinter dir, die man jetzt nicht am Reißbrett so planen könnte. Du hast fast 20 Jahre im Bundespräsidialamt gearbeitet, unter anderem schon für Christiane Herzog damals. Du warst Unternehmensberaterin bei Kienbaum und jetzt bist du geschäftsführende Vorstandsvorsitzende der Deutschen AIDS-Stiftung. Wie ist denn dieser Weg zustande gekommen?

Anne von Fallois: Also ich bin ein überzeugter Seitenwechsler. Ich glaube, dass Menschen und Organisationen oder Unternehmen davon profitieren, wenn Menschen mal quer wechseln, mit anderen Erfahrungen kommen und andere Perspektiven aufmachen. Für mich selber hat sich das gut ergeben. Nach 20 Jahren Bundespräsidialamt, Querstrich öffentlicher Dienst, 10 Jahre Wirtschaft, dann nochmal, wer weiß wie lange, Non-Profit. Das hat gut gepasst. Und es gibt schon auch so einen roten Faden, der tatsächlich angelegt worden ist, als ich persönlich Referentin von Christiane Herzog wurde. Ich habe mich immer in Stiftung, für Stiftung, für den Non-Profit-Sektor interessiert und engagiert. Und insofern gibt es selbst in der Zeit, als ich bei Kienbaum war, als ich die Praxisgruppe Public und Non-Profit leitete, tatsächlich den roten Faden und gar nicht so einen Bruch.

Thomas Mühlnickel: Aber bestimmt ein echtes Umgewöhn aus dem Bundespräsidialamt zu gehen in die Unternehmensberatung, oder?

Anne von Fallois: Ja, das war interessant. Ich meine, der Kulturbruch war nicht ganz so groß, denn Kienbaum ist immer noch ein familiengeführtes mittelständisches Unternehmen. Also anders als manche Beratungshäuser, nicht so sehr geprägt von Ellenbogen, aber natürlich schon auch geprägt davon, dass man Geschäft machen will, Geschäft machen muss, Das Zahlen zählen, das war neu, aber das fand ich eigentlich ganz erfrischend, sich mal daran zu orientieren, Erfolg daran mal zu messen.

Thomas Mühlnickel: Was hat dich geprägt in... In den öffentlichen Dienst zu gehen und später auch nochmal jetzt mit der Deutschen AIDS-Stiftung eine wirklich spannende, aber auch sehr wichtige Aufgabe zu übernehmen und sich so ein bisschen in den Dienst der Gesellschaft auch zu stellen.

Anne von Fallois: Also ich bin tatsächlich so sozialisiert. Ich komme aus einem sehr politischen Elternhaus, aus einem Elternhaus, das dadurch geprägt war, dass viele Menschen ein und aus gingen, dass man sich engagierte. Das gehörte so ein bisschen mit dazu. Sowohl mein Vater als auch meine Mutter haben sich entweder sozial oder politisch sehr engagiert und immer so ein bisschen von diesem Kennedy-Satz getragen, so frag nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern frag, was du für dein Land tun kannst. Das inspiriert mich bis heute.

Thomas Mühlnickel: Das zieht sich durch diesen Podcast wie ein roter Faden durch, dass fast alle unserer bisherigen Gäste früh gelernt haben, Es lohnt sich, sich zu engagieren und auch schon so eine Schul- oder Elternhausprägung bekommen haben. Wie können wir das denn heute auch wieder stärker herstellen?

Anne von Fallois: Ja, ich glaube erstens natürlich in den Elternhäusern. Das Vorleben bleibt wichtig. Der zweite Ort ist die Schule. Soziales Lernen wird unterschätzt in seiner Bedeutung. Ich glaube, da können wir gerade auch über die Ganztagsschulen eigentlich mehr machen. Und das dritte Jahr, da sind wir dann beim Thema soziales Pflichtjahr, brauchen wir sowas? Ich bin da immer noch selber ein bisschen hin und her gerissen, aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr glaube ich, ja, es ist gut, wenn man Menschen dazu verpflichtet, ein Jahr ihres Lebens dem Gemeinwesen zu machen. Wann auch immer man das tut, ob man das jetzt notwendig als junger Mensch tut oder ob man das auch als älterer Mensch tun kann. Ich finde es in jedem Fall wichtig, dass wir alle lernen und auch erfahren, dass es wichtig, aber auch gut ist, sich für andere einzusetzen.

Thomas Mühlnickel: Ich habe Anfang der 2000er, habe ich genau diesen Moment gehabt, ich musste zur Musterung. Das gab es ja damals noch. Ich wurde ausgemustert. Aber damit war auch klar, ich gehe nicht zum Zivildienst. Es war nicht so, war zum Bund ausgemustert, dann gehst du zumindest zum Zivildienst, sondern ich war damit ganz raus. Und ich fand das natürlich als junger Mann mit 18 total super. Kann ich sofort in die Ausbildung gehen, sofort ins Studium gehen. Ich fand das eine super Idee. Und je älter ich jetzt selber werde, umso mehr denke ich, ich habe da eigentlich was verpasst. Also eigentlich wäre es doch gut gewesen, zumindest dieses Dreivierteljahr oder Jahr, was es damals war, zumindest mal zu nutzen, mal zu schauen, was gibt es noch in diesem Land, was nicht mit einer normalen Karriere oder einem normalen Lebensweg zu tun hat und einfach mal auch einen gesellschaftlich sinnvollen Dienst zu tun und finde es im Nachhinein total schade. Deshalb, wenn du mich fragst, ich bin sogar mittlerweile eher auf dem Drehtag zu sagen, komm, lass uns alle dieses freiwillige soziale Jahr machen oder zumindest irgendeine Art von Ja für die Gesellschaft, weil ich glaube, dass auch nochmal Einstellung, Zusammenhalt und vielleicht auch Berufsideen bei Leuten prägen kann.

Anne von Fallois: Ja, ich meine, wir haben ja die freiwilligen Jahre in ganz unterschiedlichen Ausprägungen, sozial, politisch, kulturell. Ich glaube, die Herausforderung ist da, dass das so die üblichen Verdächtigen machen. Also typischerweise haben meine beiden Töchter ein freiwilliges soziales Jahr im Ausland gemacht. Wir erreichen damit aber bei Weitem nicht alle Bereiche und alle Teile der Gesellschaft. Vielleicht auch gerade die nicht, für die es vielleicht besonders gut wäre, diese Erfahrung von Dienst am Gemeinwesen, von Zusammenhalt zu machen. Deswegen ist es, glaube ich, wirklich notwendig, über diese Freiwilligkeit nachzudenken und vielleicht doch diesen Schritt zu machen. Wir zwingen euch ein bisschen zu eurem Glück.

Thomas Mühlnickel: Manchmal braucht es auch Nudging oder Druck.

Anne von Fallois: Ja.

Thomas Mühlnickel: Das gehört eigentlich gar nicht in den Podcast, weil es schon so lange her ist. Aber manchmal mag ich ja kurz diesen Schlüssellochblick. Ich fand ja früher Christiane Herzog, die war so eine echte Grand Dame. Für mich war das wirklich eine echte First Lady, was nicht immer so der Fall war. Die fast so ein bisschen die Vize-Bundespräsidentin war. Wie waren die so?

Anne von Fallois: Also ich hatte ein großartiges Verhältnis zu ihr. Sie war sehr bestimmt. Sie wusste, was sie wollte. Sie hat sich diebisch darüber gefreut, dass sich ihre Kochbücher besser verkauften als die Lehrbücher ihres Mannes. Und sie war schon auch so, wie sie dann in dieser Kochsendung, die sie produziert hat, manchmal rüberkam. So, ich weiß, wo der Hammer hängt. Aber das hat mir sehr imponiert. Sie hat immer über sich selber gesagt, sie sei eine berufstätige Frau auf ehrenamtlicher Basis. Und das hat sie auch so gelebt. Also ich habe viel von ihr gelernt und es war eine absolut prägende Zeit.

Thomas Mühlnickel: Spannend. So, kommen wir aber zu deiner jetzigen Aufgabe. Du wurdest vor ziemlich genau zwei Jahren, zum 1. Dezember 2023 zum Welt-Aids-Tag, Vorstandsvorsitzende der Deutschen AIDS-Stiftung. Was bedeutet das von so einer wichtigen Stiftung, geschäftsführende Vorstandsvorsitzende zu werden?

Anne von Fallois: Das bedeutet erstmal viel, aber schöne Arbeit. Das bedeutet das Führen eines Teams. Das bedeutet das Zusammenarbeiten mit wirklich tollen Gremien. Und das bedeutet vor allem, sich um ein Thema zu kümmern, das nicht mehr so im Schaufenster steht, für das man sich mehr anstrengen muss, um daran zu erinnern, es ist noch relevant. Und zwar national wie international und das bedeutet dann eben, ja, rumlaufen, reden, Klinken putzen, Geld sammeln und viel, viel Überzeugungsarbeit leisten.

Thomas Mühlnickel: Und die Relevanz ist ja bei AIDS und HIV ja tatsächlich so eine Frage, weil es ja in den 80ern war es ja so ein absolutes Panikthema und da gab es auch extrem viel Aufklärung und da wurde viel mit schlimmen Bildern auch gespielt oder gearbeitet, gespielt ist ein falscher Begriff an der Stelle. Und heute ist es so ein bisschen aus der öffentlichen Wahrnehmung raus. Wie geht ihr als Stiftung damit um?

Anne von Fallois: Also zunächst mal freuen wir uns, dass das Thema seine Brisanz verloren hat, weil eine HIV-Infektion heute eben sehr gut behandelbar ist. Das wissen wenige, dass wenn man in Therapie ist, man nicht mehr ansteckend ist, dass man dann eben auch nicht mehr aus einer HIV Infektion in das Vollbild Aids kommen kann. Aber immerhin leben in Deutschland fast 100.000 Menschen mit dem HIV-Virus, sind zunehmend ältere Menschen, weil auch das Älterwerden mit HIV eine Errungenschaft ist, aber damit einhergehen auch besondere Herausforderungen. Wir haben jetzt gerade in einer Studie, die wir zusammen mit den medizinischen Fachgesellschaften in Auftrag gegeben haben, gezeigt, dass gerade bei älteren Menschen mit HIV Depressionen überdurchschnittlich hoch als Co-Krankheitsbild auftauchen und darauf müssen wir Antworten finden.

Thomas Mühlnickel: Lass uns, auch wenn wir beide keine Mediziner sind, nochmal ganz kurz ins Krankheitsbild schauen. HIV ist mittlerweile behandelbar, aber nicht heilbar.

Anne von Fallois: So ist es. Also es gibt ganz wenige, genauer gesagt sind sieben Fälle, in denen tatsächlich eine HIV-Infektion besiegt wurde. Das sind aber spezielle Fälle, die in der Regel auch mit der Behandlung einer Leukämie einhergingen. Also kein Massenthema. Aber es gibt eben diese hochwirksamen antiretroviralen Medikamente, die dafür sorgen, dass wenn sie regelmäßig eingenommen werden, die Viruslast so sinkt, dass man den Virus nicht mehr nachweisen kann. Und das bedeutet, dass den Virustragenden nicht mehr ansteckend sind und eigentlich ein ziemlich normales Leben mit ihrer HIV-Infektion führen können.

Thomas Mühlnickel: Und wenn die Viruslastung niedrig ist, bricht entsprechend auch kein Aids aus.

Anne von Fallois: So ist es, genau.

Thomas Mühlnickel: Ist ja jetzt in etwas über 40 Jahren ein enormer medizinischer Fortschritt.

Anne von Fallois: Das ist, glaube ich, fast beispiellos in der Geschichte, dass das gelingen konnte. Das hätte, glaube ich, niemand zu hoffen gewagt Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre. Danach war dann die große Herausforderung, wie sorgt man dafür, dass nicht nur Menschen in Europa oder in den USA in den Genuss dieser Medikamente kommen, sondern gerade auch diejenigen, wo das HIV-Virus und das HIV-Virus besonders Tribut gefordert hat, nämlich zum Beispiel im südlichen Afrika, wo Anfang der 2000er Jahre die Menschen immer noch wie die Fliegen an Aids starben. Das ist aber auch in großer internationaler Kraftanstrengung gelungen. Wir haben große Erfolge, aber die sind gerade wieder ein bisschen gefährdet, weil wir erleben, dass sich große Geber aus den internationalen Hilfen zurückziehen und dass damit einhergeht die Frage, wie wird es denn künftig weitergehen mit der Medikamentenversorgung, Gerade in Sub-Sahara-Afrika, aber auch in Osteuropa und in Zentralasien.

Thomas Mühlnickel: Das ist ja auch euer Themengebiet. Ihr seid ja nicht nur sozusagen für Deutschland zuständig. Als Deutsche AIDS-Stiftung kümmert ihr auch um internationale Projekte?

Anne von Fallois: So ist es. Wir haben Partner in Sub-Sahara-Afrika, mit denen wir seit vielen Jahren sehr eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten. Und wir haben in jüngerer Zeit auch angefangen, gezielt Projekte in der Ukraine zu unterstützen. In der Ukraine waren die Infektionszahlen schon vor dem Krieg hoch, aber unter den Bedingungen des Krieges sind sie nochmal hochgeschnellt. Die Herausforderungen sind groß und wir versuchen mit unseren Möglichkeiten dazu helfen.

Thomas Mühlnickel: Weil, ich muss es gerade für mich verstehen, weil während des Krieges die Leute weniger in Behandlung sind, es weniger festgestellt wird, dass sie es haben. Ungeschützter Verkehrsstart findet oder woran liegt es?

Anne von Fallois: Ich glaube, es ist eine Mischung aus allem. Da sind zunächst mal die Binnengeflüchteten, die natürlich erstmal wieder neu ankommen mussten in medizinischer Versorgung, in Zugang zu Medikamenten. Da ist die Mental Load, die mit dem Krieg einhergeht, die da schon auch dazu führt, dass Menschen vielleicht nicht mehr so vorsichtig sind, dass sie vielleicht auch, und das ist in der Ukraine eine besondere Herausforderung, nochmal anders auf das Thema Drogen reagieren. Da ist die Herausforderung, dass es auch Fälle gibt, wo es einfach darum geht, Sex für überleben. Und dann steigt das Infektionsrisiko, dann steigt auch die Herausforderung, dass Menschen, die schon gut eingestellt sind mit den antiretroviralen Medikamenten, dass die nicht therapietreu bleiben, weil sie einfach ganz andere Dinge haben, die sie beschäftigen und besorgen. Also insofern ist das, glaube ich, eine Mischung aus allem, eine ungute Mischung, die eben dazu führt, dass die Infektionszahlen steigen. Und das macht sich auch dann bei uns bemerkbar. Denn wir sehen auch, dass Menschen, die aus der Ukraine zu uns kommen, eben häufig auch mit einer HIV Infektion kommen und entsprechend auch versorgt werden müssen.

Thomas Mühlnickel: Aber in einem Land, in dem Krieg herrscht, aktiv zu sein als Stiftung ist ja auch nicht trivial, oder?

Anne von Fallois: Das ist so. Es kommt vor allem darauf an, Partner zu finden, mit denen man auch verlässlich zusammenarbeiten kann. Das haben wir, was die Ukraine anbelangt, getan, indem wir uns sehr eng mit UNAIDS abgestimmt haben, die ja in Bonn, wo unsere Geschäftsstelle ist, ein großes Büro unterhalten. Und gemeinsam mit UNAIDS haben wir Projekte identifiziert, bei denen wir sicher sein können, dass die Operations funktionieren. Und ja, eigentlich müsste man oder müsste ich jetzt auch selbst mal in die Ukraine fahren. Ich habe das vor dem Krieg gemacht, aber ich gebe zu, dass das für mich momentan noch nicht auf der Tagesordnung steht. Sobald es geht, mache ich das aber.

Stigma und HIV: Warum wir noch immer darüber sprechen müssen

Thomas Mühlnickel: Das verstehe ich. Aids ist ja auch, oder HIV war ja auch sehr lange ein Stigma. Ich habe eine These, kannst jetzt gerne ja oder nein sagen, obwohl wir in der Forschung so weit sind, obwohl wir in der Behandlung so weit sind, dass man zwar ein Virus noch in sich trägt, aber faktisch nicht mehr ansteckend ist und eigentlich aktuell keine Sorge vor Aids haben muss, ist es wahrscheinlich trotzdem noch so, dass Leute, die offen sagen, ich habe HIV, vermutlich unter einem Riesenstigma leiden, oder?

Anne von Fallois: Ja, ich glaube, da sind die langen Linien der Bilder aus den späten 80er Jahren und auch der Überschriften, so Schwulen, Seuche, Gay-Pest oder Drogenkrankheit, das trägt sicherlich immer noch in den langen Linien der Bilder, die Menschen in sich tragen. Ja, dann ist es eine Infektion, die man sich eben auf sexuellem Wege holt oder durch Drogengebrauch in der Regel. Da ist dann auch schon sowas mit dabei, wo Menschen anfangen sich zu fragen, wo hat er oder hat sie das denn jetzt her? Das macht es nicht leichter, darüber zu sprechen. Aber es ist notwendig, darüber zu sprechen, denn nur wenn wir offen damit umgehen, können wir das Thema auch besiegen.

Öffentlichkeitsarbeit zwischen Empathie und Aufklärung

Thomas Mühlnickel: Ist das auch Teil eurer Arbeit?

Anne von Fallois: Ja, wir machen sehr viel Öffentlichkeitsarbeit. Wir versuchen auch mit unseren Veranstaltungen das Thema sozusagen aus der Schmuddelecke zu holen. Und ich glaube, das ist tatsächlich der Deutschen AIDS-Stiftung beispielhaft gelungen durch so Dinge wie die Operngalas, die wir veranstaltet haben, wo wirklich in der Mitte der Gesellschaft das Thema ernst genommen wurde, wo es aus der Mitte der Gesellschaft heraus Solidarität gab und gibt. Wo es dann, Ja, wirklich auch, schick wurde, ist vielleicht das falsche Wort, aber die rote Schleife zu tragen war etwas und ist etwas, das Menschen ins Gespräch bringt, das zeigt, das ist ein Thema, über das wir sprechen müssen, zu dem wir uns auch bekennen müssen. Und ich glaube, da haben wir viel erreicht, aber es gibt auch noch einiges zu tun.

Thomas Mühlnickel: Die Schleife wurde ja auch wirklich zu einem beispiellos guten Symbol. Es ist selten, dass einem so etwas so gelingt.

Anne von Fallois: Ja, da sind, glaube ich, viele Dinge gut zusammengekommen. Die Schleife, die Veranstaltung, aber auch die Menschen, die sich sehr früh an die Seite von Menschen mit HIV und AIDS gestellt haben. Es waren ja oft Künstlerinnen und Künstler, prominente Gesichter, manchmal auch begründet in persönlichem Erleben von Verlust. Und dieses sich konsequent an die Seite von Menschen mit HIV stellen, das hat dann beispielhaft natürlich politisch vorgelebt eine Person wie Rita Süßmuth, die dafür ja auch große Anfeindungen auch in ihrer eigenen Parteifamilie, muss man eigentlich sagen, erlebt hat. Aber dieses wirklich konsequent sagen, wir bekämpfen die Krankheit und nicht die Kranken, das war und ist bis heute das, was unsere Arbeit auch prägt.

Thomas Mühlnickel: Ich finde, den Satz muss man sich auch auf der Zunge zergehen lassen, weil in vielen Köpfen, sortiert sich sofort was anderes ein von ich will mit denen nichts zu tun haben, aber in Wahrheit will man mit der Krankheit nichts zu tun haben, nicht mit der Person, die das trägt.

Anne von Fallois: So ist es, ja.

Thomas Mühlnickel: Jetzt haben wir schon viele Anwendungsbereiche von euch gerade gestreift. Wo wird euer Geld gerade am meisten gebraucht?

Anne von Fallois: Also wir teilen unser Engagement tatsächlich inzwischen so ganz fast hälftig, national und international. National engagieren wir uns einerseits im Bereich der Prävention. Da geht es darum, Zielgruppen zu erreichen, die schwer zu erreichen sind für normale Präventionsangebote. Da reden wir über Menschen mit Migrationshintergrund. Wir reden über Sexarbeitende. Da gehen wir ganz gezielt in unseren Projekten vor, um diese Zielgruppen, diese schwer erreichbaren Gruppen doch zu erreichen. Wir sind national dann im Bereich Care engagiert. Da geht es uns darum, Menschen mit HIV aus Einsamkeit und Isolation zu holen. Dem dienen auch die Wohnprojekte, die wir unterhalten hier in Berlin, in Hannover, in Essen, in Köln. Immer geht es darum, Menschen mit HIV Zuwendung und Sicherheit zu geben, weil das erstens sozusagen menschlich ist und weil es zweitens aber auch dazu führt, dass diese Menschen therapietreu bleiben. Gerade vor dem Hintergrund, dass Depressionen ein weitverbreitetes Phänomen sind, ist bei Menschen, die mit HIV leben, da wollen wir alles dafür tun, dass das... Dagegen was gesetzt wird. Wir machen national ein bisschen Forschung. Wir haben Stipendien, die wir vergeben. Und das ist so unsere nationale Säule, Prävention, Care, Forschung. International engagieren wir uns eben in Sub-Sahara-Afrika und in der Ukraine. Und das sind auch die Regionen, auf die wir uns ausschließlich fokussieren, weil so groß sind wir am Ende nicht. Wir müssen dann doch sehr gut überlegen, was können wir mit unseren Mitteln wo am besten erreichen.

Thomas Mühlnickel: Es ist ja nicht so, dass von der Deutschen AIDS-Stiftung hier in Deutschland aus weltweit alles geregelt und geklärt werden könnte.

Anne von Fallois: Nee, wir sind ein kleiner Player, aber ein selbstbewusster. Aber es gibt zum Glück große Non-Profits, die nach wie vor auch sehr engagiert sind. Da ist die AIDS-Stiftung, da ist immer noch die Elton John Foundation, die auch wirklich tolle Arbeit macht. Das ist schön zu sehen, wie stark das Thema immer noch philanthropisch getrieben wird. Das ist gerade in diesen Zeiten so wichtig. Und wir sind ein kleiner Fisch, aber wir schwimmen mit.

Thomas Mühlnickel: So, jetzt seid ihr zwar ein kleiner Fisch, aber... Es ist sehr spannend, was ihr tut und es ist sehr wichtig, was ihr tut. Wir haben jetzt oft die Fragen von Leuten, die uns zuhören oder zusehen auf YouTube. Ich würde das gerne unterstützen. Wie kann ich denn das machen? Ich gebe die Frage jetzt einfach weiter. Wie kann man euch unterstützen?

Anne von Fallois: Ja, erstens natürlich spenden. Das ist das Einfachste. Aber vielleicht auch darüber nachdenken, gibt es ein Format, was man machen kann. Das kann reichen von einem Spendenlauf über eine Sammelaktion mit der klassischen Spendendose auf dem Weihnachtsmarkt bis hin zu Golfturnieren und Operngalas. Wir freuen uns über jeden und jede, die sich engagieren möchte und supporten das dann unsererseits.

Thomas Mühlnickel: Das heißt, wenn ich in meiner Kleinstadt jetzt ohnehin regelmäßig den 5-Kilometer-Lauf für jedermann organisiere, kann ich den auch mit euch in Zusammenarbeit zu euren Gunsten quasi umwidmen.

Anne von Fallois: Ja, da freuen wir uns. Und wir bringen dann, wenn es passt, auch einen Olympiasieger mit, weil wir in unserem Kuratorium Lasse Lührs haben, der in Paris Goldmedaille im Triathlon, der Triathlon-Staffel gewonnen hat. Und der Lasse hat jetzt gerade für uns einen Lauf gemacht. Das macht er bestimmt wieder.

Thomas Mühlnickel: Na, so, dann haben wir doch jetzt schon mal ein Argument. Und wer Lasse einmal kennenlernen will, kann jetzt was organisieren. Sehr gut. Anne, magst du mir einmal kurz fünf Sätze vervollständigen?

Anne von Fallois: Gerne.

Thomas Mühlnickel: In der Öffentlichkeit beeindruckt mich derzeit.

Anne von Fallois: Es beeindruckt mich, dass es langsam in den USA das gibt, worauf ich lange gewartet habe, nämlich Protest. Das lässt mich wieder ein bisschen hoffen. Ich habe in den USA studiert und ich habe einfach nur darauf gewartet, dass jetzt mal Menschen aufstehen. Und dass das jetzt wieder passiert, das beeindruckt mich und ich hoffe, es wirkt.

Thomas Mühlnickel: Ich muss kurz dazu sagen, wir zeichnen Mitte Oktober auf. Es gab am vergangenen Wochenende riesige Proteste in den USA gegen König Trump und wir hoffen, dass die auch dann, wenn die Sendung ausgestraft wird, immer noch laufen und eher schon größer geworden sind.

Anne von Fallois: Ja, das wünsche ich auch. No Kings braucht eine Fortsetzung und nicht erst, das war seit Juni das erste Mal wieder. Das muss jetzt sozusagen der Daily Protest werden.

Thomas Mühlnickel: Lass uns dazu gleich kurz sprechen, das ist ein wichtiges Thema gerade. Über Deutschland denke ich.

Anne von Fallois: Dass wir mehr können, als wir gerade zeigen. Und das gilt mental, das gilt wirtschaftlich, das gilt sozial und es gilt auch politisch.

Thomas Mühlnickel: Wir sollten mehr Wert legen auf.

Anne von Fallois: Respekt, Toleranz, die Bereitschaft zuzuhören.

Thomas Mühlnickel: Der nachfolgenden Generation rate ich.

Anne von Fallois: Verlasst euch nicht auf ChatGPT. Geht raus in die Welt, lernt die Welt kennen, lernt die Menschen kennen, lest Bücher, versucht euch ein eigenes Bild von der Welt zu machen und bleibt nicht in der Höhle sitzen, die euch ChatGPT gerade baut.

Thomas Mühlnickel: Morgen wird besser als heute, weil?

Anne von Fallois: Weil wir hoffentlich lernen, dass wir tolle Instrumente an der Hand haben, jetzt mit KI. Dass wir großartige Möglichkeiten haben, uns miteinander zu verbinden über Social Media. Dass wir aber nicht vergessen sollten, dass es am Ende des Tages darauf ankommt, dass Menschen die Ärmel hochkrempeln und dass Menschen einander die Hand reichen.

Thomas Mühlnickel: Danke für die Vervollständigung. Du hast gerade so gute Stichworte geliefert. Wir müssen jetzt kurz einen Ausflug machen über deine Antworten. Der Protest in den USA. Jetzt haben die Republikaner die ersten ja schon nach diesem Wochenende gesagt, das ist eine ganz gefährliche Ideologie, die da jetzt auf der Straße gegen Trump protestiert. Es ist ja verrückt, wie innerhalb von Stunden ein gegenläufiges Narrativ gesetzt wird, um eigentlich die, die für ihre Demokratie erkämpfen, zu den Wahnsinnigen auf der Straße zu erklären. Wie kann man damit durchkommen?

Anne von Fallois: Das frage ich mich auch. Ich frage mich auch, wer eigentlich seinen Lincoln vergessen hat bei den Republikanern, dass es darum geht, dass es das Volk ist, was regiert und dass die Regierung dem Volk zu dienen hat und seiner Freiheit. Und dieses Narrativsetzen ist ja deswegen so schwierig, weil es kommuniziert wird in Blasen hinein, in sich selbst verstärkende Kommunikationsräume und deswegen verfängt es ja leider auch. Aber am Ende würde ich mir wünschen, dass die Menschen in Amerika sich wieder auf das besinnen, was sie eigentlich sind und wofür sie eigentlich stehen und was sie eigentlich verfasst.

Thomas Mühlnickel: Und obwohl er ja eine eindeutige Mehrheit hatte bei der letzten Wahl, trotz dieses schrägen Wahlsystems mit den Wahlmännern in den USA, muss man ja sehen, es gibt eine sehr, sehr breite Menge an Menschen, die hochgradig unzufrieden mit ihm sind, mit seiner Politik sind und auch auf die Straße gehen und Demonstrationen der Größenordnung sind in den USA ja eher unüblich, untypisch. Sofern sieht man auch, dass da noch nicht Hopfen und Malz verloren ist.

Anne von Fallois: Ja, aber es braucht jetzt auch tatsächlich die Formierung von politischen Alternativen. Und ich glaube, das ist das, was momentan am meisten fehlt. Einerseits bei den gemäßigten Republikanern, die ich noch nicht ganz aufgeben möchte, aber andererseits natürlich auch bei den Demokraten. Das ist ein großes Versagen vor der Geschichte, was wir von dieser großen Partei erleben. Da wird es jetzt dringend nötig, dass man sich nochmal anders auf Personen verständigt, auch anders nochmal auf Inhalte. Das ist eine Herausforderung in diesem Nicht-Parteien-System eigentlich. Aber es braucht formierte politische Alternativen.

Thomas Mühlnickel: Ja, und wie du es gerade gesagt hast, ich finde auch die beiden Säulen des Systems in den USA haben versagt. Die Republikaner sind zum Teil radikalisiert, zum Teil haben sie sich diesen Mann ausgeliefert und die Demokraten finden gar keinen Weg. Die finden auch kaum noch statt, gefühlt.

Anne von Fallois: So ist es, ja.

Thomas Mühlnickel: Wir brauchen eine Lösung.

Anne von Fallois: Ja, wir dürfen uns natürlich auch nicht auf so einen Sockel stellen, im Sinne von, wir haben eure Lösungen. Das müssen die Amerikanerinnen und Amerikaner schon selber machen und sie haben auch eigentlich das Vermögen dazu. Und jetzt mal liefern, würde ich sagen.

Thomas Mühlnickel: Ja, und in Deutschland haben wir genügend eigene Probleme politischer Natur, da sollten wir auch aufpassen, zu sehr mit dem Zeigefinger zu zeigen. Apropos Deutschland, du sagtest, wir können doch eigentlich mehr und wir können uns dementsprechend auch mehr zutrauen, als wir aktuell selber ausstrahlen und uns selber wahrnehmen. Warum sind wir so eingeschlafen in der Eigenwahrnehmung?

Anne von Fallois: Also mich erinnert das so ein bisschen an die Zeiten, in denen mein erster Chef Roman Herzog seine Ruckrede hielt. Es ist alles so ein bisschen mehltauig. Und anders als damals habe ich so ein bisschen den Eindruck, dass es nicht gelingt, Aufbruch zu organisieren. Also das, was Gerhard Schröder damals gelungen ist, das wirklich auch so ein bisschen blutschweiß- und tränenmäßig zu sagen, wir müssen das jetzt machen, damit wir nicht der kranke Mann Europas bleiben, das ist jetzt ehrlich gesagt wieder notwendig. Und, Das heißt auch ein wirklich sehr klares Sehen in die Realitäten. Ich glaube, dieser Satz wird wahlweise Kurt Schumacher oder Erwin Teufel zugeschrieben. Politik beginnt mit der Anschauung der Wirklichkeit. Und die Wirklichkeit ist eben geprägt einerseits von einem rapiden demografischen Wandel und andererseits von einer sicherheitspolitischen Lage, wie wir sie uns nicht haben vorstellen können vor fünf Jahren. Und da heißt es jetzt tatsächlich einfach mal wieder Ärmel hoch. Und auch mit der Bereitschaft, auch zu opfern. Ich glaube, wir werden darum nicht herumkommen. Das heißt aber, dass wir uns auch ein bisschen ehrlicher machen müssen, als wir das gerade tun.

Thomas Mühlnickel: Ich finde, wir müssen auch raus aus diesem Klein-Klein.

Anne von Fallois: Ja, ich glaube, dieses Denken in Promilleproblemen, dieses auch sich verzetteln in Promille Häkchen an großen Lösungsvorschlägen, das müssen wir unbedingt. Wir brauchen jetzt so einen großen Schlag. Also wir brauchen tatsächlich schon wieder sowas Agendamäßiges. Und was wir uns dann nicht leisten können, ist, dass das dann sofort zerredet wird. Das darf man nicht vergessen. Die Agenda-Politik ist gemacht worden pre-Social Media. Ja, wenn heute aus jeder Sitzung schon sofort irgendwie was rausgepostet wird, was dann dazu führt, dass es sofort wieder Empörung gibt, dann lähmt das den politischen Prozess und lähmt womöglich auch die Fähigkeit wirklich mal zu sagen, wir müssen jetzt hier ein bisschen... Klarer, visionärer, kraftvoller an.

Thomas Mühlnickel: Ja, und heute werden ja die Leute, die in Opposition idealerweise zur eigenen Partei gehen, zur eigenen Koalition gehen, die werden ja schnell Medianstars. Wir haben es ja erlebt mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann und Toni Hofreiter zu Beginn des Ukraine-Kriegs, die halt immer einfach die oppositionelle Meinung angenommen haben, schon innerhalb der Regierung und damit durch alle Talkshows getingelt sind, aber damit dem eigenen Laden auch ehrlicherweise keinen Gefallen getan haben.

Anne von Fallois: Ja, ich glaube, es ist schon wichtig, auch andere Stimmen zu haben. Aber es bleibt dann wichtig, trotzdem zu sagen, wir machen das jetzt aber so. Weil wir... Nicht, weil es alternativlos ist, das klingt dann immer so gestaltungsunfähig, aber weil es tatsächlich das Gebot der Stunde ist. Man kann dagegen Stimmen haben und in dem Fall waren es ja Stimmen, die was anders gestalten wollten, aber sozusagen immer nur zu sagen, ja, da müssen wir nochmal reden und jetzt müssen wir nochmal verhandeln und jetzt müssen wir nochmal einen Konsens finden und der Kompromiss läuft dann aber auf der Linie des kleinsten gemeinsamen Nenners. Das wird uns nicht weiterbringen. Ja, Politik ist immer Kompromisse suchen. Politik ist das Bohren dicker Bretter. Aber es muss auch gebohrt werden und es muss auch am Ende eine Lösung geben. Und die kann eben nicht nur der kleinste gemeinsame Nenner sein.

Thomas Mühlnickel: Wenn man wie in diesem Jahr die Infrastruktur-Milliarden sieht, das ist ja ein großer Wurf gewesen. So viel Geld wurde ja noch nie ausgegeben. Das wurde aber gar nicht durchgeklingen. Was bedeutet das eigentlich fürs Lande? Das hat mir total gefehlt, auch nicht zu erklären, was heißt das für Jobs? Was heißt das für das Wirtschaftswachstum? Was heißt das für Steuereinnahmen, die dahinter auch wieder reinfließen werden? Das wurde einfach nur, als die Milliarden hier rausgeballert werden für Infrastruktur und mehr wurde nicht erklärt.

Anne von Fallois: Ja und noch sind sie ja nicht rausgeballert. Jetzt müssen wir erstmal abgerufen werden. Auch das gehört ja zur Wahrheit dazu. dass das gar nicht mehr so leicht ist in diesem Land, wo es an Fachkräftemangel gibt und wo es Planungsprozesse gibt, die bis zum St. Nimmerleinstag dauern. Ja, ich stimme dir zu, zu sagen, wir nehmen jetzt diesen gewaltigen Schuldenberg auf uns, der ja am Ende des Tages bei unseren Kindern und Kindeskindern landen wird. Aber wir tun das, weil wir das Land damit besser machen wollen. An der Stelle A, B, C, D. Ja, da ist was dran. Das hätte besser erklärt werden können und muss besser erklärt werden.

Thomas Mühlnickel: Drittes Stichwort aus deinen Antworten eben. Chat-GPT. Du sagtest, verlasst euch nicht nur auf Chat-GPT, sondern geht raus ins echte Leben. Ist das nicht genau Teil unseres Problems, dass wir so sehr im Digitalen leben und die Welt überall sehen können und jeden Quatsch sehen können, aber gar nicht mehr wissen, wie es beim Bäcker um die Ecke aussieht?

Anne von Fallois: Wer war da? Humboldt hat doch, glaube ich, gesagt, die schlimmste Weltanschauung ist die der Menschen, die die Welt nicht angeschaut haben. Und da sind wir, glaube ich, jetzt. Dieses wirklich, sich mal vom Computer aufzuraffen und zu telefonieren, jemanden zu besuchen, mit jemandem zu sprechen, in ein anderes Land zu reisen, eine andere Kultur zu erleben, das ist essentiell, um urteilsfähig zu werden. Und für mich ist das das Ziel aller Bildung, fähig zu sein, ein Urteil zu fällen. Da gibt es was zu tun, nicht nur bei unserer jungen Generation, aber auch.

Thomas Mühlnickel: Ja, ich stelle es selber fest. Ich habe mir vor zwei, drei Jahren irgendwann mal TikTok besorgt, weil ich dachte, für meinen Job wäre das nicht so blöd zu wissen, was da eigentlich passiert. Und das ist wie Chips futtern. Du hörst erstmal nicht auf damit. Und man muss sich dann wirklich auch selbst zurücknehmen und sagen, okay, jetzt aus mit dem Ding und jetzt wieder zum Buch oder rausgehen, in eine Bar gehen, das Leben erleben, aber nicht nur das Leben quasi auf diesem kleinen Bildschirm zu sehen.

Anne von Fallois: Ja, und auch ein Gefühl dafür zu behalten, was verbindet mich eigentlich auch mit mir selber? Aber wann bin ich eigentlich ich selbst? In der Natur, im Gespräch mit anderen Menschen, wenn ich Musik höre, wenn ich mir ein Bild angucke, aber doch vielleicht viel mehr, viel unmittelbarer, viel emotionaler, als wenn ich da nur sitze und irgendwie in mein Keyboard haue oder irgendwas rumwische.

Thomas Mühlnickel: Kommen wir jetzt ja über eine Brücke auch zurück zu deinem Thema. Ihr gebt den Leuten Kontakt, ihr wollt, dass sie nicht depressiv werden, ihr haltet sie in sozialen Bindung. Das ist ja auch genau dieser Wirkmechanismus, haltet die Leute im echten Leben.

Anne von Fallois: Das ist so, denn wer nur allein in seiner Wohnung sitzt, darüber nachgrübelt, was er oder sie verpasst hat wegen einer HIV-Infektion, was andere Menschen denken mögen über die eigene HIV-Infektion, da ist man ganz schnell auch in solchen Rillen von Selbststigmatisierung und von Traurigkeit. Weil dazu ja auch gehört, dass viele Menschen, gerade die Älteren auf dem Weg, Menschen verloren haben an Aids. Ja, und umso wichtiger ist es, glaube ich, rauszugehen, mit anderen zu sprechen, sich zu entlasten im Gespräch, in der Begegnung mit anderen.

Einsamkeit, soziale Bindung – und warum Gemeinschaft ein Schlüssel ist

Thomas Mühlnickel: In Great Britain gibt es ja ein Einsamkeitsministerium. In Deutschland denken wir noch nicht mal darüber nach.

Anne von Fallois: Also es hat schon auch, ich glaube, es wird schon darüber nachgedacht. Ich glaube, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, ist in dem Prienministerium, das jetzt heißt BMB FSFJ, gibt es tatsächlich jetzt auch eine Initiative zum Thema Einsamkeitsbekämpfung. Es gibt so Initiativen wie nebenan.de. Ich glaube, da muss man wirklich was reinsetzen, weil es eben nicht nur ältere Menschen trifft. Ich erlebe das auch in der Generation meiner Töchter. Die sind 25 und 28, dass da auch vielleicht als Spätfolge von Corona viele auch jüngere Menschen sich einsam fühlen, sich nicht zugewandt, eingebunden, zugehörig fühlen und das ist eine Entwicklung, die macht mir persönlich wirklich große Sorge.

Thomas Mühlnickel: Und Einsamkeit heißt ja nicht nur alleine zu sein, sondern Einsamkeit bedeutet im Zweifel auch sich unter Menschen einsam zu fühlen, weil man keine Bindung findet, aufbaut hat.

Anne von Fallois: Ja, weil man vielleicht auch gar keine Brücken mehr hat, die einen zum anderen führen, wenn eben so klassische Bereiche, in denen man das früher hatte, Kirchengemeinde, Turnverein, aber ehrlich gesagt auch der Arbeitsplatz, wenn das diese Kraft nicht mehr hat. Und wenn im Büro alle Leutchen im Homeoffice sind und man allenfalls irgendwie Mittwoch mal zusammen so einen Tag hat, dann geht auch das ja verloren. Dieses Erleben von, wir sind ein Team, wir haben zusammen Ideen, wir kämpfen zusammen für etwas, wir leiden Rückschläge, aber wir feiern auch Erfolge miteinander. Wenn das nicht mehr erlebt wird und auch geübt wird, auch dieses so miteinander sitzen, sich auch auszuhalten, dann geht da ganz viel verloren. Und zwar auf individueller Ebene, aber eben auch auf gesellschaftlicher.

Thomas Mühlnickel: Ja, das ist ein interessanter Punkt. Ich habe da so in der Form noch nie drüber nachgedacht. Gut, dass du heute hier bist. Uns in der Agentur ging das so, als der erste Lockdown kam, haben wir das, glaube ich, sehr gut gemanagt und wir haben sehr gut den Weg gefunden, wie wir alle im Austausch bleiben und miteinander in Kontakt bleiben. Und ich glaube, das Gemeinsamkeitsgefühl war, obwohl wir auseinandersaßen für Monate, ziemlich gut. Ich glaube, jetzt in Zeiten, wo sich alle ins Homeoffice gewöhnt haben und es eher auch diesen Anspruch gibt, mehr Homeoffice zu machen, ist es auch bei uns so, dass man eigentlich ein bisschen mehr auseinanderdividiert über die Zeit davon, obwohl wir gar keinen Lockdown mehr haben. Wir könnten uns jeden Tag treffen, aber durch diese neue Arbeitsregelung wird es ein bisschen schwieriger. Das ist spannend.

Anne von Fallois: Ja, und ich meine, ihr kanntet euch, ihr wusstet, was ihr aneinander hattet, Aber wenn man jetzt als junger Mensch in eine Agentur, in eine Kanzlei, in eine Unternehmensberatung kommt und die Leute sind alle im Homeoffice oder beim Kunden, wie soll denn der... Und ein junger Mensch, A, die Unternehmens- und die Organisationskultur verstehen. Wie soll der was lernen oder sie was lernen, wenn die Leute alle irgendwie nur remote unterwegs sind? Da geht ja dieser ganze emotionale Faktor verloren, der so wichtig ist dafür, dass man nachhaltig lernt und nachhaltig irgendwie wächst. Ich finde das hochbedenklich und ich glaube, da müssen wir auch dringend was dran ändern.

Thomas Mühlnickel: Ist ja auch eigentlich total gaga, wenn man gemeinsam einsam wird.

Anne von Fallois: Das ist absurd, ja. Aber ich glaube, das erleben wir gerade.

Thomas Mühlnickel: Ich nehme heute wieder was mit. Ich lerne wieder ordentlich. Brauchen wir dieses Ministerium?

Anne von Fallois: Ich glaube, wir brauchen in jedem Fall Ideen, was man der Einsamkeit entgegensetzen kann. Das brauchen wir auf Bundesebene. Wir brauchen es aber auch und vor allem in den Kommunen. Ich glaube, dass das der Ort ist, wo Menschen ja leben und sich erleben. Eigentlich brauchen wir da eine gesamtgesellschaftliche Kraftanstrengung, weil am Ende... Jeder und jede von uns was dafür tun kann, dass wir das anders machen. Und wenn es damit beginnt, dass man auf der Straße mal jemandem freundlich zunickt oder sagt, sie haben wir mal einen schönen Mantel an. Bei uns fängt es an und es geht dann eben weiter bis hin zu, wer kocht gemeinsam, wer erlebt sich beim THW oder bei der Feuerwehr zusammen im Einsatz für andere. Es gibt so viele Möglichkeiten in diesem Land. Und ich glaube, wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen zu diesen Möglichkeiten finden.

Thomas Mühlnickel: Ich habe das früher immer erlebt, ich glaube, das haben meine Eltern so ein bisschen getriggert, immer zu sagen, ja, das sind ja alles so Vereinsmeier. Und damit wurden die schon alle so ein bisschen abgewertet. Man dachte immer, das ist so ein closed shop, da komme ich auch nie rein, da passe ich niemals rein. Aber wenn man da einfach mal offen hingeht und Hallo sagt, mittlerweile sind ja alle happy, wenn noch neue Leute dazukommen. Und wenn man da offen reingeht, kriegt man in aller Regel, in aller Regel, nicht immer, aber in aller Regel mit offenen Armen empfangen. Also losmarschieren, oder?

Anne von Fallois: Ja, das ist so. Und das reicht eben von Parteiengagement bis hin zu Nachbarschaftsengagement. Es muss ja auch noch nicht mal so sein, dass man das unbedingt in einer institutionellen Form tut, wobei ich schon dafür bin, weil Engagement braucht auch das Nachhaltige, Engagement braucht auch das Erleben von kann auch mal langweilig oder nervig sein mit so Vereinsmeiern oder irgendwie so Gremienleuten. Das ist aber auch eine Erfahrung, die man machen muss, dass es nicht immer aufregend und Ponyhof ist, aber dass man am Ende zusammen was auf die Straße bringt.

Thomas Mühlnickel: Aber so ist doch das ganze Leben. So ist das Leben.

Anne von Fallois: Ja.

Thomas Mühlnickel: In welcher Beziehung ist jeden Tag eitel Sonnenschein? In welchem Arbeitsplatz ist jeden Tag eitel Sonnenschein? Das ist, that's life.

Anne von Fallois: Ja, aber vielleicht ist das auch, ich wollte gerade sagen, so klingt so ein bisschen altersweise, aber du und ich haben das noch gelernt. Für die jüngere Generation, die einfach nur weiterwischt, ist das nicht mehr so leicht auszuhalten. Dass es langweilig wird, dass es schwierig wird, dass man nicht sofort eine Antwort bekommt. Und Langeweile und, Und Rückschläge müssen gelernt werden. Das ist das, was dann am Ende das macht, was jetzt immer so schick klingt. Resilienz.

Thomas Mühlnickel: Doch nicht nur ein Modewort.

Anne von Fallois: Nee, da ist ganz viel, aber Resilienz ist halt tatsächlich, ich glaube, es hat Sheryl Sandberg mal gesagt, dass Resilienz wie ein Muskel sei, den man trainieren muss. Und das stimmt. Man ist nicht automatisch resilient, sondern man muss das üben, dieses Umgehen mit Rückschlägen, aber auch das Aufladen an Erfolgen und schönen Dingen, das macht ja alles so diesen Resilienzspeicher voll und da muss man was für tun.

Thomas Mühlnickel: Und eine Belohnung kann auch ein bisschen auf sich warten lassen.

Anne von Fallois: Ja, so ist das.

Thomas Mühlnickel: Einmal nochmal ganz kurz zurück zu eurem Thema. In den nächsten fünf bis zehn Jahren, haben wir da noch weitere Entwicklungsschritte zu erwarten in der medizinischen Forschung oder steht ihr eher gerade an so einem Punkt, wo ihr sagt, okay, wir haben einen richtig guten Punkt erreicht, ab jetzt geht es eher um Prävention, um es eigentlich darüber zurückzudringen?

Anne von Fallois: Also Forschung ist immer wichtig und es gibt immer mal wieder gute Nachrichten. Wir haben jetzt gerade letzte Woche aus Köln so eine Nachricht bekommen, dass es da nochmal gelungen ist Antikörper zu identifizieren, mit denen man vielleicht auch eine Therapie anders, vielleicht auch final aufsetzen kann, aber das ist immer noch im Stadion von Grundlagenforschung. Wir haben jetzt gerade in diesem Jahr die Möglichkeit, einen Game Changer auszurollen. Das ist ein präventives Mittel, das zweimal im Jahr gespritzt faktisch wie eine Impfung wirkt. Das kann gerade für Frauen und junge Mädchen in Sub-Sahara-Afrika wirklich ein echter Game Changer sein, Weil diese jungen Frauen, die oft ja sexueller Ausbeutung ausgesetzt sind, die zugleich aber erleben, dass wenn man die Möglichkeit nutzt, die es jetzt schon gibt, nämlich jeden Tag eine Pille zu nehmen, um sich zu schützen, dass das eben auch mit Stigma und Diskriminierung einhergeht. Wenn man diesen jungen Frauen sagen kann, ihr kriegt alle halbe Jahre eine Spritze und ihr seid vor einer HIV-Infektion geschützt, dann kann das ganz viel verändern.

Thomas Mühlnickel: Das ist ja ein riesiges Ding.

Anne von Fallois: So ist das, ja. Und das muss aber jetzt ausgerollt werden. Das Pharmaunternehmen, das dieses Medikament entwickelt hat, Gilead, ist sehr kooperativ in der Lizenzierung an Generika Hersteller, auch in den Beiträgen, das jetzt wirklich auszurollen. Stiftungen wie die Gates Foundation haben sich auch bereit erklärt, sich da zu engagieren. Das ist jetzt die große Aufgabe, eine große medizinische Innovation zu den Menschen zu bringen, die sie am meisten brauchen.

Vision: Eine Gesellschaft ohne Diskriminierung und mit echter Teilhabe

Thomas Mühlnickel: Wow. Ich liebe es, wenn wir kurz vor Schluss gute Nachrichten hören. Ich habe eine Frage, das ist gerne meine vorletzte Frage. Was macht dir Mut?

Anne von Fallois: Mir macht Mut, dass wir, Dass ich immer wieder auf Menschen treffe, die Lust haben, Dinge zum Guten zu verändern. Dass ich immer wieder das Gefühl habe, dass es Menschen gibt, die sagen, wir können das besser und wir machen das besser. Das macht mir Mut.

Thomas Mühlnickel: Anne, was ich dir noch gesagt habe, als wir hier eben ins Studio gekommen sind, ist in Wahrheit eine Zeitmaschine. Wir heben jetzt ab, fliegen zum Brandenburger Tor, steigen im Jahr 2050 wieder raus. Was für ein Land sehen wir?

Anne von Fallois: Wir sehen ein Land, das sich aus sich selbst besonnen hat, das weiß, was es kann, das es aber auch bedeutet, sich anzustrengen. Ein Land, in dem die Menschen wieder mehr gelernt haben, sich umeinander zu kümmern, auch Verantwortung zu übernehmen, dabei nicht immer nach dem Staat zu rufen, sondern auch zu sagen, wir machen mal, was wir selber können, für einen selbst und für die anderen. Ein Land, in dem Menschen, die mit HIV leben, das ohne Angst tun können. Ein Land, in dem es keine HIV-Infektionen mehr gibt, weil das die Prävention so gut gewirkt hat. Ein Land, in dem Menschen sich nicht in Einsamkeit verkriechen, sondern miteinander gestalten.

Thomas Mühlnickel: Anne, es war immer eine große Freude, dass du mich heute besucht hast. Das war ein ganz spannendes, wunderbares Gespräch. Ich habe ganz vieles Neues mitgenommen, unter anderem das Wort Entpörung. Ich danke dir vielmals für deinen Besuch.

Anne von Fallois: Ich habe zu danken. Es hat mir große Freude gemacht.

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