Kann Europa bei Künstlicher Intelligenz noch aufholen, Alexander Thamm?

18.09.2026
Folge
41
Zu Gast
Alexander Thamm
beschreibung

Wie fühlt es sich an, wenn die Achterbahn oben kippt? Genau dort sieht Alexander Thamm uns beim Thema KI. Aufhalten lässt sich die Fahrt nicht, also sollten wir sie für das Gute nutzen. Ein Gespräch mit Thomas Mühlnickel über die größte Veränderung der Menschheit, Europas Platz zwischen USA und China und darüber, warum jede*r einfach selbst mit KI loslegen sollte.

Transkript (KI-generiert)

Wer die Guten sind und warum KI Haltung braucht

Thomas Mühlnickel: Alex, schön, dass du da bist, freut mich sehr. Herzlich willkommen.

Alexander Thamm: Ja, danke für die Einladung, schön hier zu sein.

Thomas Mühlnickel: Du weißt ja, bei uns heißt es immer als erstes, wer sind für dich die Guten? Alex, wer sind für dich die Guten?

Alexander Thamm: Boah, das ist gar nicht so leicht, die Frage. ich wusste ja, dass die kommt, ähm. Also das Schwierige daran ist ja vielleicht, dass ja alle immer denken, sie wären die Guten, auch die Bösen. Aber die Antwort, die bringt ja wahrscheinlich nicht viel. Ich, also ich mache ja KI, werden wir sicherlich gleich nochmal drauf zu sprechen kommen und mache das ja auch schon, seit 15 Jahren mittlerweile und wir haben irgendwann mal angefangen, so vor 10 Jahren zu sagen, so als es so mit Start with Why kam und Simon Sinek und was ist denn unsere Mission? Ja und am Anfang war die Mission halt eher so, naja, wir lieben, was wir tun und machen das halt die ganze Zeit, und irgendwann wurde es tatsächlich auch politischer und vielleicht auch moralischer, weil wir halt gemerkt haben, dass wir in Europa so langsam da immer mehr ins Hintertreffen kommen, beziehungsweise wir nicht vom Fleck kommen, ein Stück weit. Und dann haben wir irgendwann gesagt, wir müssen Europa retten. Und dann so, hä, was jetzt? Spinnst du? Also was soll das, was heißt das jetzt?

Thomas Mühlnickel: Kleiner machen wir es nicht.

Alexander Thamm: Genau, genau, so ein bisschen bold. Und damals haben die Leute wirklich noch so mit dem Kopf geschüttelt oder so. Und dann heißt die Firma auch noch und so weiter. Und mittlerweile lacht er eigentlich irgendwie keiner, die Leute kriegen so ein ernstes Gesicht. Also von daher würde ich sagen, gut, ich glaube, dass wir in Europa auf jeden Fall auf den Menschen schauen, grundsätzlich vielleicht mehr wie in anderen, Regionen und gerade am Thema Maschinen und, der Einsatz der Maschinen, dass sie zum Zwecke oder zur Unterstützung der Menschlichkeit und Menschheit eingesetzt werden nach europäischen Werten, würde ich sagen, ist auf jeden Fall ein besserer Ansatz wie eine Kontrolle der Bevölkerung. Als Primärziel oder die Weltherrschaft oder halt einfach nur extrem viel Geld.

Thomas Mühlnickel: Warst du, bist du der Meinung, dass du als Unternehmer gerade in diesem speziellen Bereich dringend eine Haltung brauchst? Oder ist das erlässlich?

Alexander Thamm: Ich glaube schon. Doch, ich glaube schon. Also ich glaube halt einerseits irgendwie für einen selber. Also wenn man irgendwann einen gewissen Erfolg hat oder wenn man irgendwann nicht mehr, Angst haben muss, dass man irgendwie die Miete nicht zahlen kann oder den Kindern, keine Ahnung, keine Ausstattung für die Schule kaufen kann oder so nach dem Motto, dann kommt man ja in der Maslow-Pyramide sozusagen immer mehr in dieses Thema, Purpose und warum man halt Dinge tut und gerade wenn es halt, was als Unternehmer schon, glaube ich, ein Ding ist, dass man halt einfach Druckrisiko, auch Ängste hat, die man bewältigen muss, weil auch Dinge halt schief gehen oder halt schief gehen können, man halt höheres Risikoverantwortung trägt, dann braucht es, glaube ich, schon eine Art von Purpose und der entsteht, glaube ich, stark aus einer Haltung. Und natürlich gerade in unserem speziellen Umfeld, wo man auch KI ja als Waffe auch einsetzen kann, sei es jetzt wirklich im Sinne von echten, also wirklich Waffen, die Menschen töten, oder sei es wirklich jetzt was im Sinne von Cyber-Weapon, was am Ende dann auch zum Gleichen führt, ist glaube ich schon wichtig, dass man sich überlegt, wie man das einsetzt und dass man dafür auch eine Haltung hat. Und, vielleicht ganz wichtig, wie wir da reingehen wollen, aber. Das schwingt auch für mich in deiner Frage so durch, dass sich das irgendwie widerspricht. Oder zumindest so ist das immer so, willst du ultimativ reich werden oder willst du nett und gut sein? Und das ist auch in der politischen Sphäre manchmal so ein bisschen schwierig, finde ich so. Also entweder will man den Planeten retten und nett sein zur Umwelt und zu anderen und zu Tieren. Oder man will halt irgendwie ultimativ, keine Ahnung, Freie und Erfüllung haben. Und für mich, das muss ich gar nicht widersprechen. Ich glaube, das ist so, dass es fehlt halt nur an diesem europäischen, von mir aus, Role Model. Wo jemand halt happy, erfolgreich, gesund, whatever jetzt deine Definition von Erfolg ist und das aber macht mit einer Haltung und ohne sozusagen sich irgendwo zu bereichern an anderen, also an Ressourcen.

Thomas Mühlnickel: Ja, aber das ist auch viel Stereotype-Denke, dass es immer heißt, der eine ist der böse Unternehmer, der andere ist der Naturschützer mit Haltung oder was man da für Personas sich selber im Kopf baut, dass es eigentlich wenig Schwarz und Weiß gibt und dazwischen sehr viele andere Farben und nicht nur Grautöne. Ich finde, das wird sehr oft vergessen. Gleichzeitig gibt es ja auch sowohl in der Popkultur als auch in der Wirtschaft viele Leute, die sagen, ich habe hier einen anderen Job, mein Job ist nicht die Haltung, mein Job ist es nicht, mich um bestimmte Dinge zu kümmern, sondern ich unterhalte die Leute, ich kümmere mich darum, dass meine Firma läuft, der Rest ist mir wurscht. Insofern wird es, glaube ich, so oft auch betrachtet, wenn jemand sagt, naja, mir ist das nicht egal, wie es läuft.

Alexander Thamm: Es ist schon spannend, weil wenn man natürlich mal schaut, also hatte ich auch einen spannenden Podcast bei mir, Back to the Future of AI. Mit dem Stefan Winners. Und der hat das mal analysiert, dass die Verteilung von wirklich psychisch kranken Leuten, Narzissten, Machiavellisten und so weiter in diesen Führungs- oder in diesen Verantwortungsrollen, dass das nicht der Normalverteilung in der Bevölkerung entspricht. Also sprich, du hast dann anscheinend, empirisch betrachtet eine höhere Wahrscheinlichkeit erfolgreich zu werden, wenn du da gewisse humane Züge eben nicht mitbringst oder wenn du sogar eine pathologische Störung hast, was so, keine Ahnung, Empathie angeht oder so.

Thomas Mühlnickel: Hast du gerade Elon Musk gesagt?

Alexander Thamm: Ja, zum Beispiel. Der ja selber von sich sagt, er ist gar nicht glücklich. Oder nimm bei der Popkultur irgendwelche Musiker, die halt auch, keine Ahnung, Borderline-Syndrom haben und dann irgendwas, irgend so ein Loch stopfen müssen, was aber leider keinen Boden hat. Und vielleicht ist dann, ja, aber dann ist vielleicht eher das System irgendwie dann das Problem, dass dann diese Leute nach oben spülen anstatt andere. Weil die Frage ist ja, was ist so das ultimative Ziel? Und ich glaube, wenn es Glück ist, dann ist es ja nicht unbedingt dieser ultimative Reichtum und so weiter. Also von daher, glaube ich, muss man vielleicht nochmal ein bisschen schauen, wie kann so ein gesellschaftliches System dann aussehen, auch mit KI. Vielleicht kommen wir da noch drauf. Und auf der anderen Seite, was sind denn die positiven Beispiele? Und die gibt es halt schon, die sind halt nur nicht so oft in den Medien, weil es auch nicht so spannend ist, über deren Skandale zu berichten, weil die halt keine haben. Ja, also das auch so, diese ganze Berichterstattung ist halt dann oft so, sage ich auch mal, können wir auch noch drüber reden im Detail, aber ich sage halt immer so, KI ist halt auch viel harte Arbeit. Es ist halt nicht, stöpsel irgendeine Super-AI an und die macht den Rest und, es ist auch nicht alle super gefährlich und die KI wird die Menschen vernichten, weil sie aus welchem Grund auch immer, sondern es ist am Ende relativ langweilig, weil man halt sich um Daten kümmern muss, um die Menschen, um einen Haufen, ich meine, kennen wir auch, also ein Haufen so langweilige Dinge, bloß wenn du das halt auf irgendeinem Banner liest oder in irgendeiner News, dann klickst du das halt nicht. Also von daher wird halt eher immer so sehr polar darüber berichtet. Ich glaube, das gilt nicht nur für KI, sondern halt eben auch generell für Erfolg.

Zwischen Knappheit und Aufbruch nach der Flucht aus der DDR

Thomas Mühlnickel: Bevor wir da reinspringen, lass uns auch kurz mal gucken, wer ist eigentlich dieser Alexander Thamm? Nicht die Firma Alexander Thamm, sondern der Typ der Eltern nach seiner Firma, nach einer Firma benannt haben.

Alexander Thamm: Genau, genau.

Thomas Mühlnickel: War der Unternehmer, also wir haben gerade eben im Vorgespräch festgestellt, wir sind beide im Jahr 82 geboren, wir sind ein Alter, wir verstehen, wo wir in etwa herkommen, beide.

Alexander Thamm: Ja.

Thomas Mühlnickel: War der Unternehmer in dir schon angelegt? Hast du das schon mal früh gespürt, dass du so ein Macher bist, der eine riesen Schuppen aufziehen kann?

Alexander Thamm: Ich weiß nicht, das ist immer so, ja, ich weiß auch nicht, das ist so eine Frage, so... Also, ist schwer zu sagen. Also ich glaube halt, meine Mama erzählt immer so eine Geschichte, dass ich irgendwie, ich bin ja in Leipzig geboren, also noch in der DDR sozusagen und dann habe ich irgendwie so Steine immer so zerklopft, weil die haben sich so lustig geglänzt und dann habe ich die an, meine Verwandten verkauft, ja, für so ein paar Ostpfennige irgendwie so und das war mit zwei Jahren oder drei Jahren oder so, das erzählt die immer, ich kann mich da selber noch, so grob dran erinnern, ehrlicherweise. Ich glaube halt schon, was mich halt geprägt hat, dann auch mit der, muss man schon wirklich fast so nennen, Flucht aus der DDR. Wir sind dann da über Nacht abgehauen mit dem Trabi und ich war da gerade eingeschult. Ich durfte da meinen Freunden auch nichts sagen oder so. Und mein Papa hat dann in so einer Drahtchemie da irgendwie mit seinen, weil die haben so giftige Dämpfe abgelassen. Meine Mama hat schon immer so eine Lungenkrankheit gehabt, weil die falsch behandelt wurde in der DDR damals und so weiter und so fort. Und dann haben die da so randaliert. Da gab es auch eine ziemlich lange Stasi-Akte bei uns und so. Also long story short, das war dann gut, dass wir dann da weg sind, aber es war natürlich schon komisch. Dann waren wir in so einem Auffanglager und haben wir dieses Empfangsgeld abgeholt. Das weiß ich noch wie heute. Und dann sind wir irgendwie zur Verwandte nach Bayern gekommen, weil Papa einen Job bei Siemens bekommen hat und die hatten wir auch noch nie gesehen und der eine hat dann irgendwie meine Mutter angegraben und so, der hatte so ein SL-Cabrio damals und das war alles super kurios. Ich will nicht so viele Details hier, aber aber das war schon krass und da habe ich halt schon so diese, Ja, diesen Engpass, so diese Scarcity, so dieses, ne, dann hatte ich da so einen, weiß ich noch, so einen Grafen als Schulkamerad, ich war auch ein Jahr gar nicht in der Schule, und hab diese Panini-Bildchen gesammelt, ne, die mein Sohn jetzt auch wieder sammelt, jetzt haben wir ja wieder WM und ich hab das so geliebt, ey, Italia 90, das war so geil. Und dann konnte ich mir diese Tüten halt immer nicht leisten. Und dann habe ich halt immer geschaut, wie kann ich das so ein bisschen so traden in der Grundschule und so. Und das steckt natürlich schon drinnen, dass man halt irgendwie gemerkt hat, hey, das mit dem Geld und man hat nicht alles, was man braucht und generell auch dieses System ist da irgendwie gescheitert und gab keine Bananen, haha, ne, so. Hab mich jetzt als Kind nicht so interessiert, aber das steckte schon drinnen und dann irgendwie so ein Wille da irgendwie auszubrechen und halt schon auch so Mut zu haben, einfach wirklich auch Dinge zu tun oder halt dann auch von meinen Eltern, ja, halt auch dann einfach zu sagen, wir hauen jetzt hier ab, fuck it. Ja, vollkommen ins Ungewisse und so und das steckte schon drinnen und, Und vielleicht auch, meine Frau wirft mir das immer vor, dass die Kinder meine Gene haben. Also ich brauche manchmal nicht so viel Schlaf oder so. Ich habe immer irgendwie, wenn ich sage mehr Energie, klingt jetzt irgendwie doof oder so, aber ich habe schon Bock Sachen zu machen. Und das in Kombination, wenn man merkt, man kann dann auch was erschaffen. Verschiedene Sachen aus, so wie meine erste Firma war ein Internetcafé bei uns im Dorf, damals in Olching, The Frontier, Olchings Portal ins World Wide Web. Das kam so zustande nach einer Silicon Valley, also nicht Silicon Valley, das war eigentlich so eine West Coast Reise mit meinen Eltern, als wir uns das dann mal so leisten konnten. Und dann war ich damals ganz stark verliebt. Und dann konnte man aber, konnte mich halt dann nicht anrufen, also ich konnte halt nicht meine Freundin anrufen zu Hause. Und dann war ich halt immer in irgendwelchen Internetcafés. Und dann war ich so in 30, 40 Internetcafés. Hab gemerkt, eigentlich haben die einen Computer hingestellt, haben irgendwie so ein bisschen so eine Software programmiert, wo man die Zeit tracken kann. Und da gibt es halt einen Kaffee und ab dafür. Und ich hab halt auch Lust gehabt, schon immer an so Computern rumzuschrauben und so Internet fand ich total spannend und so kam eben diese erste Firma zustande. Long story short, was ich sagen wollte, als die Leute es irgendwie toll fanden und man dann so, Also Leute damit auch begeistern konnte, natürlich auch die Anerkennung bekommen hat. Das hat mich dann schon angefixt zu sagen, hey cool, ich kann hier irgendwas schaffen und das finden Leute irgendwie cool. Und dann mögen die mich und dann haben die irgendwie Spaß. Und wenn man da mal so ein bisschen drinnen ist, dann neben den ganzen Problemen, die Firma ist auch pleite gegangen, wir wurden dann verklagt, weil sich unsere Lieferante durch unser Beet gelatscht ist, was ich angelegt hatte, dann sich an so einem Schild, was da schon ewig in den Kopf angehauen hat. Und wir haben das zwar vor Gericht gewonnen, aber das hat dann so viel Geld gekostet, dass der Laden platt war. Und plus, dann hatte auch jeder Internet. Also das war dann auch irgendwann so vom Geschäftsmodell. Irgendwann vorbei. Diese Dotcom-Bubble sozusagen dann auch. 2000 rum, aber das war dann schon ein bisschen so vom Nektar des Unternehmer-Daseins, probiert und habe mich dann schon angefixt, da noch mehr zu machen. Aber ob das dann genetisch veranlagt ist oder ob das, ich weiß es nicht. Ich mache auch immer noch viele Sachen falsch, also kann es mit der Genetik jetzt nicht ganz so weit her sein. Aber ich glaube, dieses Laufen, Machen, immer wieder eine Idee haben, morgens wieder Energie haben und keine Angst zu haben, ich glaube, das ist dabei immer ein sehr entscheidender Faktor.

Thomas Mühlnickel: Hast du die Lukas Podolski-Doku gesehen?

Alexander Thamm: Nee, leider nicht.

Thomas Mühlnickel: Eine der besten Dokus, die ich jemals gesehen habe, wo er gleich von vornherein in seiner typischen Lukas Podolski-Art klar macht, er hat keinen Bock auf eine normale Fußballer-Doku und dann Olli Kahn und alle, die über ihn reden wollen, wieder gehen müssen, weil er keinen Bock hat, dass da Leute irgendwie über ihn einfach nur sagen, wie er, dass so eine gute linke Klebe hatte. Und das, was in diesem Film halt, in diesem Film rauskommt, ist, der hat jeden Tag für 28 Stunden Energie. Und der fliegt dann im Zweifel auch mit seinem Privatjet irgendwie mal schnell für eine Stunde zu einem Termin rüber, weil er das unbedingt machen will und mittlerweile 60 Dönerläden aufgemacht hat und dann noch seine Fußballliga und hier noch ein Projekt und da noch ein Projekt und hier wird noch eine neue Kollektion mit seinem Namen rausgegeben, wo man einfach merkt, Der hat viel zu viele Projekte für das, was einen Tag eigentlich Zeit hat und trotzdem schafft er sie alle, weil der Bock hat und immer Energie hat zu machen. Das klingt gerade so ähnlich.

Alexander Thamm: Ja, also Fußball spiele ich auf jeden Fall nicht so gut, aber ja, vielleicht, ich weiß, es ist schwer über einen selber zu sagen irgendwie, aber ich glaube, also ich habe schon Bock. Und auch immer wieder Ideen, und es ist tatsächlich so, ich bin auch als junger Mensch gerne und auch schnell Motorrad gefahren zum Beispiel, wo ich mir auch manchmal dachte, so heutzutage jetzt mit drei Kindern, so, Alter, was war mit dir los, ey, ja. Aber ich fand das so vollkommen logisch. Und dann auch so mit Badehose. Und dann kriegst du so eine Hummel ans Oberschenkel, hast so einen blauen Fleck. Und dann ist das so, haha. Also so eine gewisse Risikofreude ist wahrscheinlich schon da. Also das würde ich schon, glaube ich, behaupten. Also vielleicht habe ich auch so eine kleine Pathologie. Der sieht ja die Gefahr einfach nicht. Also ja, oder beziehungsweise wenn es halt, Also wenn man halt irgendwas schafft, was halt ein gewisses Risiko birgt und den Reward dann davon, das ist glaube ich schon so eine Droge, wenn man so will. Und natürlich, was schon toll ist halt, wenn man einmal merkt, man schafft halt Dinge, von denen man niemals geglaubt hätte, dass man auch nur anfangen könnte damit. Und wo man auch so ein bisschen so diese Why-Me-Sache, also warum sollte so ein kleiner Depp da aus irgendwie Leipzig da irgendwie jetzt da in, also zum Beispiel das erste Projekt bei BMW, da irgendwie da irgendwas erfinden oder irgendwas erkennen, was kein von den Leuten, die einen Doktor haben und schlau ist, irgendwie vorher aufgefallen ist. Und da hatte ich mal so ein ganz cooles Gespräch mit jemandem, der sagte so, but why not you, so nach dem Motto. Also was macht andere anders? Das ist ja keiner vom Mars oder so. Also wissen wir nicht, aber gehen wir mal von aus. Also von daher, das ist schon, und das heißt ja, jeder kann alles in dem erreichen und so, aber ist schon so eigentlich. Klar, wenn du jetzt keine Beine hast, kannst du vielleicht jetzt nicht irgendwie super schnell rennen irgendwo, aber auch das ist ja mittlerweile möglich. Aber so diese Grenzen, das ist schon so. das setzt man sich eher im Kopf und ich glaube auch so durch dieses Aufbrechen und auch durch den Support auch meiner Eltern immer, die immer gesagt haben, also die dann auch immer mich geglaubt haben sozusagen, das prägt einen natürlich irgendwo, ja und ja. Ja, und das ist auch cool. Also könnten auch mehr Leute so machen eigentlich.

Thomas Mühlnickel: Ich erlebe das immer in meinem Job. Ich berate viele Spitzenpolitiker. Und die werden ja auch von sehr vielen Leuten so als so Außerirdische wahrgenommen, die man halt nur aus der Tagesschau kennt. Die sind dann irgendwie erstmal gefühlt gar nicht gibt, weil man sie nur von einer Mattscheibe kennt. Und das müssen ja alles so ganz spezielle Persönlichkeiten sein. Und das, was ich vom ersten Tag an wahrgenommen habe, ist, das sind alles total normale Menschen. Die müssen zwischendurch auch mal auf Klo. Die müssen was essen. Die schlafen sogar nachts. Und die sind alle total normal und die haben auch alle nur irgendwie ihren eigenen Antrieb und auch ihre besonderen Fähigkeiten. Aber am Ende fangen wir alle einmal bei Null an, zumindest rein körperlich, und dann machen wir was draus. Und das ist, glaube ich, das, was jeder für sich auch klar haben muss. Wir fangen erst mal an und können was draus machen, wenn wir uns so trauen.

Vom Data-Mining-Projekt zu einer der ersten KI-Beratungen Deutschlands

Thomas Mühlnickel: Spannende Geschichte. So, und dann gründest du diese Firma und weil du keine Zeit hast, benennst du sie nach dir. Stimmt diese Legende?

Alexander Thamm: Das stimmt tatsächlich. Also es ist sogar noch lustiger oder noch weniger irgendwie absonderlich, wie auch immer. Na, ich habe ja, also nach dieser Internet-Café-Geschichte war ich schon so ein bisschen angefixt, was Technologie angeht. Und dann habe ich erst mal studiert. Dann habe ich halt, wie man das so macht, wenn man halt nicht so genau weiß, da hatten wir es vorher auch von, habe ich halt BWL studiert. Dann habe ich vorher noch mein Zivi gemacht, was eine der besten Erfahrungen war, so mit Altenpflege und im Kinderhort und so im Sozialdienst bei uns in Olching. Und ja, und dann war ich da in der LMU in München und das ist schon eine, also wirklich eine tolle Uni, tolle Alma Mater, durfte ich kürzlich auch einen Vortrag halten, wieder die besuchen und ja. Und da habe ich mich relativ schwer getan im Grundstudium. Ich musste viele Sachen nachholen, weil ich dann so auch im Abi nicht der fleißigste war und so. Und Gott sei Dank war das damals noch Diplom, da hat das Vordiplom nicht gezählt. Ich habe mich da irgendwie durchgewurschtelt und dann im Hauptdiplom, aber irgendwie durch Zufall bin ich in dieses Thema, das ist damals Data Mining gekommen. Und ich hatte schon so eine Veranlagung durch diese Internetgeschichte, aber auch davor, ich habe gerne so Sachen sortiert. Ich habe auch irgendwie so Dosen gesammelt zum Beispiel mal irgendwie und habe die dann so nummeriert und so per Handschrift. Es hätte aber so Spaß an Struktur irgendwo trotzdem. Also so leicht oder auch Briefmarken gesammelt. Das denken die wenigsten irgendwie so. Ja, das habe ich geliebt. Und die dann so rauslösen und dann gucken, dass die Ecken nicht kaputt sind und dann schauen, ob es vielleicht doch mehr wert ist und so. Ja, dieses Sortiergehen irgendwie so.

Thomas Mühlnickel: Ein kleiner Monk.

Alexander Thamm: Ja, schon. Also schon, wirklich. Ja, ja. Und das ist eigentlich auch so am Ende so dieser, lustigerweise dieser Superskill, wenn man so will, was das Thema KI angeht, weil das ist ja keine, man nennt es zwar Data Science, aber es ist eher so eine Alchemie. Es ist eher so ein Mustererkennen. Meine Frau, die ist Informatikerin, die ist vielmehr auf dieser Mathe-Schiene, die kann zum Beispiel, die kann sich so, also wo wir uns kennengelernt haben auf Mallorca, Junggesellenabschied von einem Bekannten, da war sie, da war ich da, Und dann erster Kuss im Bierkönig, wie sich das gehört. Und dann habe ich irgendwas noch gekauft und dann kann man ja seine Miles-&-More-Nummer irgendwie so Karte angeben und ich hatte die dann vergessen und dann meinte sie so, ich habe meine Karte nicht dabei, aber ich kann ihm meine Nummer sagen. Ich so, ja, wie, du kannst deine Miles-&-More-Nummer auswendig? Alter, was ist bei dir los? Krass, so kennengelernt, noch so etwas verkatert vielleicht. Und dann sagt sie ja, ich weiß nicht, wie viele Stellen hat die Nummer? Zwölf? Keine Ahnung. Sagt sie einfach diese Nummer auf. Also sie sieht zum Beispiel, sie sieht halt alle Zahlen von 0 bis 100 haben eine Farbe bei ihr im Kopf. Also zweistellig, jeweils. Deshalb manchmal verdreht sich auch Zahlen, weil sie quasi die Farben sieht, aber halt, anyways, ja, ist verrückt. So bin ich da nicht eher patternmäßig, aber so kam es dann, wie kam es zu der Firma, war ja eigentlich die Frage. Ich hatte dann eben das Glück, in diesem Data Mining Kurs dann ein Praktikum oder so eine Art Werkstudentenstelle bei BMW zu kriegen, bei einer Tochterfirma von BMW, die sich so Richtung Management, Consulting, Analytics beschäftigt hat. Und da könnte ich jetzt ewig drüber reden, ich spare dir jetzt die lange Version.

Thomas Mühlnickel: Die Lange muss man von deinen Podcast dann irgendwann mal hören.

Alexander Thamm: Ja, wobei da rede ich darüber auch nicht, aber ist auch egal. Man kann das im Internet finden, die Geschichte. Also auf jeden Fall war es dann halt so, ich habe so einen Algorithmus erfunden. Ich habe dann was genommen, was eigentlich aus der Medizin kam, um so Überlebenswahrscheinlichkeiten von Patienten zu prognostizieren und habe das dann quasi für Ersatzteile angewandt, weil man dann eben, man hatte so eine Gesetzesänderung, dass man eben auch Ersatzteile, beim Nicht-Original-Hersteller kaufen können, dürfen, musste. Also eigentlich eine Regulatorik-Änderung, Gruppenfreistellungsverordnung hieß das damals. Und dann kamen halt die ganzen so Fast-Fit-Chains, ATU, Pitstop und so weiter und haben halt dieses sehr margenträchtige Servicegeschäft sozusagen. Attackiert. Und man hat aber relativ wenig Informationen, was hat man da für Marktanteile, für Bremsen und so weiter und für Ölfilter und wie läuft das eigentlich. Und das habe ich sozusagen aus den Fahrzeugdiagnosedaten, also aus diesen kleinen Computern in den Autos, die haben ja ganz viele so ECUs, Steuergeräte, rausgenommen und habe das dann quasi für Marketing verwendet. Damals war Marketing noch so Collagen basteln und so Fokusgruppen machen und so. Es kam dann mit dem Internet erst, dass es immer datengetriebener wurde und immer mehr so performanceorientiert. Und das war total krass, weil wir dann halt wirklich Leute so anschreiben konnten. Damals ging das auch noch. Da war noch kein DSGVO. Da konnte man dann sagen so, hey, wie schaust du denn aus? Wir haben gerade so eine Aktion am Laufen hier im Händler um die Ecke bei dir für Bremsscheiben. Und so, ach, so ein Zufall. Das Klampball ist gerade angegangen. Und heute ist das ja alles über Connected Car geregelt. Damals war das halt sozusagen noch wirklich Prognosemodelle bauen und das war dann ein relativ großer Business Case, hat toll funktioniert, hat auch alle total begeistert dann nach so einer anfänglichen Skepsis. Und dann hatte ich sozusagen halt vor, das war so 2008, 2009 rum, also mittlerweile vor fast 20 Jahren, halt wirklich so einen. Zwei-, dreistelligen Millionenbetrag an Case mit, heute würde man KI sagen, geholt als so irgendwie kleiner Werkstudent. Und dann hatte ich auch tolle Mentoren, die mir auch geholfen haben, mit denen wir es zusammen gemacht haben und die haben gesagt, ja, hey, du kannst ja als Freelancer weitermachen, weil ich habe dann, mich hat das Thema dann interessiert, ich habe dann auch Promotion begonnen in bayesianischer Statistik, also das ist so das Nerdigste, was du machen kannst, aber geiler Shit, ja, also egal, fangen wir jetzt auch nicht mit an, ja, weil ich halt so ein paar Restriktionen in meinen Modellen hatte und mir dachte, das muss doch irgendwie anders gehen und dann auch mit meinen Mentoren an der LMU zusammen, zum Beispiel mit dem Professor Marko Sarstedt, mittlerweile Professor auch an der LMU, wir dann so ein bisschen geschaut haben. Und damals war halt das Thema Data Science KI halt noch geil, weil du hast dann wirklich so Paper gelesen, hast dann die Leute angerufen, die das Paper geschrieben haben und hast dann halt schon auch wissenschaftlich, dann den Algorithmus selber gebaut. Also das war halt so selber gekocht, die Suppe. Und nicht nur irgendwo Play gedrückt und dann irgendwelche Riesencomputer ballern drauf, bis es irgendwann geht. Keiner weiß warum. Und das war halt cool, das war noch sowieso Handwerk eher so und dann habe ich extern promoviert, und dann war ich als Freelancer unterwegs und irgendwann gab es dann so eine Gesetzesänderung wieder, dass man keine Freelancer mehr beschäftigen durfte wegen Scheinselbstständigkeit, das Gesetz gab es schon vorher, aber der Zoll hat das dann enforced und dann hat es bei den ganzen großen Firmen überall die ganzen Scheinselbstständigen sozusagen raus, was auch gut war, und dann hieß es ja, du kannst dann schon weiterarbeiten, du brauchst halt, auch andere Kunden und du musst eine GmbH gründen, weil du brauchst irgendeine Corporate. Und da dachte ich so, okay, GmbH, ja okay, ich hatte ja schon mit meinem Internetcafé und meine Mama quasi Finanzbuchhalterin, also da hatte ich immer schon ein bisschen Ahnung, wie das so läuft. Also bin ich damals bei uns in München am Stachus, wer das kennt, da ist so ein Notar drin, wie das so ist, beim Notar so alles gold.

Thomas Mühlnickel: Über dem McDonald's direkt?

Alexander Thamm: Genau, oben drüber. Also damals, weiß nicht, ob es den da gibt, vermutlich schon, weil die machen ja gutes Geschäft. Oder bin ich da rein, Das war am Donnerstag Nachmittag, weil ich wusste, am Montag kommt eine Ausschreibung und da kann ich dann teilnehmen, wenn meine GmbH irgendwie da ist. Weil du kannst auch mit der GmbH in Gründung. Sollte man nicht machen, weiß ich mittlerweile. Aber da ist man auch schon rechts. So, und dann bin ich da rein und dann ich so, ja, hier brauchen wir eine GmbH. Weißt du schon, so mit kurzer Hose und irgendwie T-Shirt. So wie heute halt.

Thomas Mühlnickel: Ja, im Grunde auch sehr warm heute.

Alexander Thamm: So, und dann.

Thomas Mühlnickel: Wir zeichnen am 25.06. auf. Nicht, dass man sich im September wundert, dass wir sagen, es ist so warm.

Alexander Thamm: Bei 40 Grad, genau.

Thomas Mühlnickel: Wir sind in einem sehr schönen Keller.

Alexander Thamm: Ja, genau. So, und dann war es so, ja, das und das und bla bla bla. Und ja, wie soll denn die GmbH heißen? Ich so, ja, stimmt, boah, brauch einen Namen, ne? Also, da habe ich gesagt, ja, keine Ahnung. Und dann hat er voll gelacht. Sie so, ja, sie wollen Beratung machen und die Firma soll keine Ahnung heißen. Ja, ja. Toller Witz, ja, lieber Notar. Und dann meinte er, ja, Scherz beiseite, sie können ja mal ihren Namen nehmen. Weil dann haben sie erstmal kein Problem mit irgendwelchen Infringements, Legal Gedöns und so. Man hat so ein Namensrecht irgendwo. Also ich den Namen genommen und dann haben wir halt immer gesagt, ja, irgendwann ändern wir das dann mal noch. Also dann auch später, als ich dann Marketing-Teams hatte und so. Problem, kleine Side Note, wir haben ja gerade WM, Problem war, es gibt oder gab einen Fußballer damals, der doch irgendwie mal 2010 oder so hat der mal für Rot-Weiss Essen Tor des Monats geschossen, der heißt Alexander Thamm, ja, und das kannst dir vorstellen, ich da so als kleiner Furz und irgendeiner der zweite Bundesliga oder so, ich kenne mich mit Fußball nicht so gut aus, spielt und war halt schwierig, erstmal bei Google überhaupt irgendwo gerankt zu werden, ja, weil auch das, was wir damals gemacht haben, Data Mining, Business Analytics, Data Science, Big Data, das ändert ja irgendwie, alle Jahre mal das Buzzword. Also das hat ja auch keiner gegoogelt. Also von daher keine Chance, da irgendwo gerankt zu werden. Und dann hat er sich irgendwie verletzt oder so und ist dann irgendwie, aber dann dummerweise nach zwei Jahren Trainer geworden. Anyways, den muss ich mal treffen. Wir haben uns nie getroffen.

Thomas Mühlnickel: Es gibt auch noch Moderator.

Alexander Thamm: Ja, genau. Also irgendwann das hat sich dann auch so ein bisschen verwachsen, weil es dann unterschiedlich ist. Dann wusste man irgendwann, was KI ist und so. Aber so kam wirklich diese Firma halt zustande und deshalb wir sagen jetzt halt AT. Es war dann noch ein bisschen kurioser, weil wir hatten das erste Büro in den Roland-Berger-Towers in München und dann war man so, da wird das der nächste Roland-Berger werden. Bei Roland-Berger haben wir gekannt, also kennt er, ist jetzt nicht der Allernetteste, also ist arguably, will ich auch gar nicht so reingehen, wir haben uns, also egal. Aber auf jeden Fall, denn das wollte ich halt nicht, sondern das war einfach nur fehlende Kreativität und plus, bin da mittlerweile aber ganz froh, es gab auch eine Idee, dann die Firma Abacon zu nennen, Advanced, das habe ich noch nie irgendwo erzählt, Advanced Business Analytics Consulting, weil das war eigentlich so ein bisschen wie das hieß, was wir damals gemacht haben, nachdem es Data Mining hieß. Und da bin ich ganz froh, dass das sozusagen nicht im Namen steckt, weil viele unserer Wettbewerber, die haben irgendwas mit BI oder mit irgendwas im Namen und das ist dann, dann weißt du, okay, das ist dann irgendwie nicht mehr cool. Und diese ganzen Kunstnamen wie irgendwas Zalando mäßig, das, also von daher, mein Gott, das ist halt AT und ja, ist halt jetzt so.

Thomas Mühlnickel: Das mit Roland Berger wusste ich nicht, weil das ist ganz lustig, wenn ich jetzt immer darauf angesprochen wurde, weil wir gemeinsam ein Projekt gemacht haben. Ich erzählte, wir arbeiten mit Alexander Thamm, dann dachten die immer erst, wir arbeiten mit einem Freelancer, bis die verstanden haben, das ist eine relativ große Firma mittlerweile. Und dann sagte ich, hey, wieso heißt das Alexander Thamm? Dann sagte ich, naja, wieso heißt Roland Berger, Roland Berger? Also meine Antwort war immer Roland Berger, gar nicht wissend, dass ihr da schon mal in einem Haus gesessen habt und beide dieses Roland Berger, Alexander Thamm Thema hattet.

Alexander Thamm: Und es ist ja auch in der Beratung gar nicht mal so unüblich. Du hast Simon-Kucher, du hast A.T. Kearney, du hast McKinsey, du hast Ernst & Young und so oder auch bei Kanzleien. Also das ist jetzt auch nicht so absolut. Absurdistan ist natürlich für eine Tech-Company dann vielleicht doch wieder etwas fernab davon. Aber auch Fun Facts, das habe ich auch noch nicht erzählt. Ich habe dann irgendwann, wie man das ja auch macht, dann auch eine Holding dann gegründet und habe ja auch noch viele andere Hobbys so nebenher. Und die habe ich tatsächlich Data AI GmbH genannt. Und es ging durch, weil es damals noch keiner kannte. Das wäre heute, wenn du so Auto AG machen würdest. Und das ist cool. Also die Holding ist die Data AI GmbH. Und irgendwann habe ich mir überlegt, ob ich das irgendwie verschmelze. Aber dann war der Name irgendwie da. Und man muss schon sagen, letztens hat einer mal zu mir gesagt so, Also bist du so der Claus Hipp der KI, oder? Und da musste ich auch lachen. Aber es ist natürlich schon, also gerade jetzt in dieser wilden Zeit, wo dir alle möglichen Leute alles mögliche über KI erzählen und auch das Thema, kommen wir vielleicht auch noch drauf zu sprechen, Souveränität halt wichtig ist. Am Ende weißt du halt, wem du eine draufklopfst, wenn dein Algorithmus nicht funktioniert. Also das ist halt schon so ein bisschen, das ist ein Mensch und der steht da irgendwie dahinter und ja, ich weiß, wer schuld ist am Ende so ungefähr. Ist auch ein Vertrauenssiegel ein Stück weit. Also mittlerweile nach 15 Jahren, wo wir das machen und irgendwie immer noch da sind, obwohl wir halt nie irgendwo mal Geld eingesammelt oder geschenkt bekommen haben, also Bootstrap, wie das so schön heißt, ist glaube ich schon irgendwo auch, und weil zum Thema Haltung und die Guten, keine Ahnung, aber ich sag mal so, zumindest gibt es eine klare Verantwortung. Und viele Entscheidungen oder viele Abzweigungen, weil klar kommen dann auch Leute, die sagen so, hey geil, lass mal eine Firma verkaufen, lass mal dies und das machen und so. Oder lass mal hier so ein bisschen dubios irgendwas machen. Das kommt ja dann irgendwann, wenn du mal irgendwo einen gewissen Erfolg hast. Und da habe ich mir was zu facken. nee, da steht mein Name drauf und so will ich auch nicht. Und deshalb ist das in diesem schnelllebigen Markt eigentlich eine schöne Kontraposition. Ob das jetzt immer geholfen hat, um die am schnellsten irgendwelche coolen Aufträge zu kriegen, weiß ich jetzt auch nicht. Aber es ist halt einfach so.

Thomas Mühlnickel: Jetzt machst du das 15 Jahre mit der Firma Alexander Thamm AT?

Alexander Thamm: Ja.

Thomas Mühlnickel: Und die hat sich, sagen wir mal so, ganz gut entwickelt. Ihr seid jetzt über 500 Leute.

Alexander Thamm: Genau, also wir zählen halt immer so Hund, Katze, Maus. Also das schwankt natürlich ein bisschen in der Beratung. Wir haben auch ein bisschen geschrumpft hier und da mal die letzten ein, zwei Jahre. Und wir arbeiten auch sehr stark mit einem Partner-Ökosystem, weil wir auch große Rahmenverträge haben mit großen Institutionen, wo wir uns sehr offen sind, auch was unser Netzwerk angeht. Ich habe auch den KI-Bundesverband ja mitgründen dürfen und bin da in Bayern jetzt wiedergewählt worden, als der bayerische Chapter-Lead sozusagen. Und von daher sind da auch Freelancer und so dabei, aber es sind so um die 500 Leute in Summe. Und mittlerweile, wir kommen ja aus München, zweitgrößtes Büro ist Berlin. Dicht gefolgt von Frankfurt. Und wir haben jetzt so um die zehn Büros, sind jetzt in Österreich, in der Schweiz, wir haben jetzt gerade in Zagreb in Kroatien aufgemacht, das ist voll, voll schön, macht mega Bock mit den Leuten dort, die haben richtig viel Energie auch, sind gerade jetzt dran, uns auch Richtung Luxemburg, Frankreich zu erweitern. Also dieses Thema Europa, das kommt echt immer mehr und es gibt ja auch genug zu tun.

Unternehmertum, Vorbilder und die Kunst der Gelassenheit

Thomas Mühlnickel: Wie hat sich das für dich angefühlt, selber vom Berater den Schritt rüber machen zum Unternehmer, weil an der Stelle mit 500 Leuten und so vielen Büros, so viel Auftragsvolumen, hängst du ja nicht mehr so viel im Tagesgeschäft wahrscheinlich.

Alexander Thamm: Ach doch, eigentlich schon. Also das war immer mein Ziel. Ich habe so, so einer meiner Vorbilder ist der Hans Zehetmaier, der die MSG, die Münchner Softwaregesellschaft gegründet hat, hat die bis zu über eine Milliarde Umsatz selber geführt, über, ich glaube, 40 Jahre lang. Und er hat mir mal gesagt, er war, sein Credo war immer, dass er zwei Tage die Woche selber auf Projekt beim Kunden ist. So ein bisschen so walk the talk. Ja, und ich hatte auch mal so eine Zeit jetzt, wo halt die Kinder irgendwie kamen und wir irgendwie ein Haus gebaut haben, wo ich dann auch ein bisschen, wo ich auch für Manager eingestellt habe und dann auch ein Stück weit raus bin aus dem Tagesgeschäft und das hat, glaube ich, weder mir noch der Firma gut getan. Es gibt eine lustige Anekdote. Das habe ich mal gehört. Ich weiß nicht, ob es stimmt. Es gibt so eine Geschichte, oder so ein Witz, wie auch immer, von Buddha. Und da kommt so eine Frau zu Buddha und sagt, hey, lieber Buddha, mein Sohn ist totaler Fan von dir. Kannst du dem bitte sagen, er soll keinen Zucker essen? So. Und dann sagt Buddha, nein. Aber komm doch mal in drei Monaten wieder. Und dann sagt die Frau so, hä, was soll das? Ist doch wie kacke. Weil wenn der jetzt einmal sagen würde, dann würde mein Sohn das machen. und jetzt, komm, aber dann sagt sie, gut, ist so, so, komm nach drei Monaten wieder, so, wie schaut es jetzt aus und sagt Buddha zum Sohn so, ess keinen Zucker, ist ungesund. Der Sohn so, okay, alles klar, du bist mein großes Vorbild, ess nie wieder Zucker. Frau freut sich, sagt danke, aber irgendwie kann sie nicht anders sagen, aber sag mal, lieber Buddha, wieso hast du denn nicht das jetzt schon vor drei Monaten gemacht? Also vielen Dank und so, aber das war jetzt ja eigentlich relativ easy. Und dann sagt Buddha, weil ich vor drei Monaten selber noch Zucker gegessen habe. Ja, so ist die Story, keine Ahnung, habe ich irgendwann mal gehört. Und ich glaube, was mir ganz wichtig ist zum Thema wieder Haltung und die Guten ist einfach authentisch sein und halt keinen Scheiß erzählen. Das glückt mir auch nicht immer, aber gerade in dieser KI, da ist so viel. So viel Buzz, so viel, also am Anfang war es eher so Hype, jetzt sind auch viel einfach Lügen drinnen. Also einfach so Sachen, dass eine Superintelligenz entstehen kann durch Sprachmodelle. Das geht nicht. Das geht nicht. Das sagt Yann LeCun, das sagen Leute vom DFKI. Also das ist so, das kann gar nicht funktionieren. Ja, ChatGPT können die Welt nicht übernehmen. Das ist nochmal ein anderer Aspekt dessen, aber dass sozusagen eine echte menschliche Intelligenz entsteht durch ein Papagei-Prinzip, was ein LLM quasi ist. Gibt es auch eine tolle Person, die auch bei uns auf unserem Data-Festival ganz am Anfang aufgetreten ist, wo sie noch unbekannt war. Die Maria Sukhareva heißt sie, die hat einen super Blog, wo sie auch darüber immer so ein bisschen entmystifiziert. Mystifiziert, das will halt immer keiner hören, ja, aber anyways, also können wir gerne ein bisschen tiefer einsteigen, aber long story short, in unserer Industrie, hat mal einer in Davos, wo ich war, gesagt, ja, die Tech-Industrie ist the second best industry to generate hype after the Music and Entertainment Industry, ja. Deshalb ändert sich auch das Buzzword immer so schnell, weil wenn die Leute merken, dass man halt doch nicht mit Data Mining und Watson und irgendwas so die super Intelligenz schafft, dann kommt schon wieder das nächste Thema, ja, also du kannst jetzt schon mal drauf vorbereiten, Quantencomputer, wenn das, wenn diese, wenn diese, wenn jetzt mal OpenAI irgendwie dann, wenn sie alle merken, das klappt doch nicht so und diese Bewertung ist vielleicht doch nicht, dann wird das nächste, da wird das nächste Ding kommen, das sagt, ja, ja, aber mit Quantencomputern geht es jetzt, ja. Also von daher, mir ist wichtig, dass man, und deshalb macht das Beraten oder das Unterstützen, wir sehen uns eher so als so Guides oder so wie so ein Bergführer, ja, weil wir ja nicht nur Dinge erzählen, sondern wir machen auch Dinge mit den Leuten zusammen. Es ist, ne, also es ist auch kein Coaching, weil wir auch mit drin sitzen, also deshalb so wie so ein Bergführer, Der geht mit hoch und wenn der sich verkalkuliert, dann wird er auch von der Lawine verschüttet. Also das heißt, es ist ein gemeinsames Gestalten. Und wenn du da nicht authentisch bist, dann hältst du das nicht lang genug durch. Wir hatten in Deutschland auch zwei KI-Hypes und was ist jetzt daraus geworden? Auf der anderen Seite der Nachteil ist natürlich, du kannst halt nicht so schnell Leute verzaubern. Wenn du sagst, KI ist halt nicht einfach nur total crazy Zauberstab, dann manchmal sind die Leute ein bisschen enttäuscht. Mittlerweile gibt es auch kaum ein Projekt, das noch super funktioniert, wenn man nicht mit erzählt, dass da irgendwie AI mit drin ist. Weil ansonsten ist es ja langweiliger Kram, wenn es so eine Datenbank ist. Also das Ding ist, ich liebe ja KI und Daten. Und da ist auch diese Passion, diese Begeisterung, auch das in der Früh aufstehen. Das ist so, weil ich das halt, oder da bin ich auch gerne auf Projekt. Das war ja die ursprüngliche Frage, glaube ich. Und mache auch gerne Dinge und schaue eher, dass ich sozusagen eher so das Unternehmersein outsource. Aber ich bin auch kein Entrepreneur. Also, das ist immer so das, wo man, glaube ich, vorsichtig sein muss. Ich habe mal gehört, 70% der Unternehmer sind, Artists, ja, es sind eigentlich Künstler, also oder halt das sind halt Leute, die irgendwas gerne tun und dann so ein bisschen fällig in ein Porsche mäßig, dann habe ich nicht den Sportwagen gefunden, blablabla, den ich selber wollte, also ich habe ja auch, wo ich in der Gründungszeit war, habe ich auch mit verschiedenen Firmen, großen IT-Beratungen gesprochen, habe gesagt, hey, kann ich bei euch so eine Data Mining Abteilung machen? Und alle so, hä, was ist das? Doch Quatsch, braucht keiner, ja. Und dann habe ich so, fuck it, jetzt muss ich es halt selber machen. Aber ich bin jetzt niemand, ich kenne wirklich auch, ich habe auch Kumpels, die haben voll das geile unternehmerische Gespür für so Themen oder so. Auch meine ganzen Aktien sind immer irgendwie abgeraucht oder auch so als Startup, ich habe mich auch mal als Startup-Investor mal so ein bisschen versucht. Das kläglich gescheitert, wenn ich mein Portfolio anschaue, weil ich halt jedes Startup total geil finde. Da kommen die immer und pitchen ich so, boah, geil, das müssen wir machen, das ist richtig geil. Und dann hat immer einer gesagt, Alex, du musst halt 99 mal Nein sagen und einmal Ja sage. Ich so, wie soll ich das machen? Ich sage doch 99 mal Ja. Genau, ja, ja. Und dann ist das Geld dann irgendwann weg.

Thomas Mühlnickel: Du wärst also keiner für die Höhle der Löwen.

Alexander Thamm: Überhaupt nicht, überhaupt gar nicht. Also bin ich null geeignet. Und ich versuche ja auch immer, also plus egal. Aber deshalb, ich bin eher so diese Kategorie Artist und deshalb lasse ich das Unternehmer, also auch, ich bin froh, ich habe einen super CEO, super CFO, super CPO. Früher war mein Papa mein COO, gibt es auch ein lustiges Interview mit ihm und meine Mama war sozusagen CFO und ich habe einfach nur mein Ding gemacht. Ich hatte die ersten sieben Jahre nicht mal Zugriff aufs Konto der Firma. Nein. Hat meine Mama mir nicht gegeben. Ja. Und ich hatte panische Angst, Überweisungen zu machen. Ich habe das dann erst gelernt mit Krypto-Investment, mit Blockchain, weil da musst du ja immer diese Adresse dann von deinem Wallet und so eingeben. Und ich habe, glaube ich, für einen so eine Transaktion eine Stunde gebraucht, weil ich so oft diese Zahlen überprüfte. Da habe ich so panische Angst, dass ich so falsch überweise. Und mit IBANs und da bin ich so froh, dass es jetzt diese Echtzeitüberweisung, diesen IBAN-Check gibt, wo dann Name stimmt mit Ding überein. Okay, Gott sei Dank. Das ist immer noch für mich. Also du kannst meine, verflossenen Assistenten, hätte ich fast gesagt, also Fragen, das war immer ein ganz weirdes Thema bei mir.

Thomas Mühlnickel: Du lässt es deine Frau nach Farbcode machen.

Alexander Thamm: Ja, das ist dann auch nicht so schlau. Nee, die macht sowas auch nicht gern. Also dann lieber, klar, das muss man sich irgendwann leisten können, einfach musst du es natürlich irgendwie selber alles mal gemacht haben. Anfangs kannst du ja keinen CFO leisten oder so, aber das machen, glaube ich, viele falsch, dass die dann in dieses, und du hast auch diesen ganzen Admin-Krimskrams in Deutschland, was da alles kommt, dass Leute sich damit zu viel beschäftigen oder erst mal drei Holdings gründen, bevor sie irgendwas inhaltlich tun.

Thomas Mühlnickel: Hast du Vorbilder?

Alexander Thamm: Also tatsächlich gar nicht so sehr irgendwie. Also ich habe ganz viele solche Bücher, die mich so begleitet haben. Ich bin auch so ein Tony Robbins Fan zum Beispiel oder so. Aber ich habe nie, weder mich selber, auch wenn der Name draufsteht, noch irgendwie andere so ein bisschen so elevated dann. Weil ich halt durch diese, durch dieses eher Punk-Denken dann halt, wie du schon sagst, jeder muss irgendwie seine Metabolismus irgendwie erledigen.

Alexander Thamm: Wir wollten einmal pullern sagen, oder?

Thomas Mühlnickel: Stimmt, wir wollten einmal pullern.

Alexander Thamm: Jetzt haben wir es gesagt. Also von daher, nee, aber das heißt nicht, also Vorbilder würde ich nicht sagen, aber ich habe, glaube ich, viele Mentoren, ich habe viele Leute, die ich geil finde, aber ich habe aber nie so Leute, glaube ich, so ideologisiert.

Thomas Mühlnickel: Gab es denn da trotzdem mal so einen besten Ratschlag, den du bekommen hast in deinem Leben?

Alexander Thamm: Also vielleicht so Bücher, die mich geprägt haben. Also ich fand zum Beispiel von, also habe ich letztens auch in einem anderen Podcast gesagt, ich hatte dieses Napoleon Hill Think and Grow Rich. Ja, da geht es aber gar nicht so ums Reichwerden, sondern da ist so viel drin. Oder hier Guy Kawasaki heißt der, glaube ich. Oder Rich Dad, Poor Dad. Das ist so ein geiles Buch. Dann als junges Unternehmen die Art of the Start und Lean Startup. Das waren so Robert Kiyosaki heißt der und der andere Guy Kawasaki war der mit dem egal, also können wir ja in den Notes vielleicht nochmal richtig stellen.

Thomas Mühlnickel: Schreib rein, wie sie genau geheißen haben.

Alexander Thamm: Oder auch alles von Verne Harnish, also schon diese Unternehmerbücher und schon auch so ein bisschen dieses Thema, was dann auch stark so Richtung Meditation Ich war so Wim Hof Fan zum Beispiel, habe ich in Berlin das erste Mal gesehen, als er das erste Mal hier war und so ein Planschbecken aufgebaut hat und die Eiswürfel reingekippt hat und so. Also sowas, das finde ich schon spannend. Irgendwas braucht man auch, wenn man immer nur zur Bierflasche greift, wenn man Stress hat. Das ist dann gerade, wenn man in unserem Alter ist, irgendwann nicht mehr ganz so nachhaltige Strategie. Man braucht da irgendwie was. Und halt, ja, wie zum Beispiel Hans Zehetmaier, den ich genannt habe, mit so Leuten mal reden, die das schon geschafft haben, was du halt erreichen möchtest. Das ist eigentlich eine tolle Sache. Vorbild aktuell, vielleicht ist jetzt wirklich meine Mom, die jetzt eben. Die halt auch nie aufgegeben hat, wo die Ärzte gesagt haben, die wird nie älter als 30 und jetzt hat sie eine Lungentransplantation bekommen. Also auch tolle Sache. hat auch der Staat bezahlt, wenn wir auf Deutschland schimpfen, hat die Krankenkasse bezahlt. In Amerika wäre die, weiß ich nicht, wäre das wahrscheinlich nicht so irgendwie verstanden gegangen, ja. Und wie die da immer wieder sich motiviert und wie die immer liebevoll mit anderen umgeht und so. Oder auch mein Dad, der jetzt halt dann noch meine Oma und meine Mutter, das jetzt alles irgendwie gemanagt hat und so. Also vielleicht sind meine Vorbilder wirklich dann meine Eltern sogar. Oder auch meine Oma, die dann irgendwie so auch noch nach der zweiten Welt geflüchtet ist von Schlesien und so. Wo dann, also, ich glaube, ja, aber so Elon Musk oder so, ich fand das schon geil, was der am Anfang so alles gerissen hat und dann so Raketen, das fand ich auch immer geil. Aber jetzt, wie das alles sich so ein bisschen pervertiert oder auch so, auch Sam Altman und diese ganze Sache, ich weiß nicht, das ist so, braucht es irgendwie alles nicht, ja, also, ja.

Thomas Mühlnickel: Aber in so einem familiären Moment, Oma wird älter, deine Mutter bekommt eine neue Lunge, bekommt das eigene Werk, eine andere Relevanz, oder?

Alexander Thamm: Wie meinst du das eigene,

Thomas Mühlnickel: also die tägliche Arbeit, die man tut, bekommt plötzlich, glaube ich, eine andere Priorität gegenüber dem, was wirklich wichtig ist, oder?

Alexander Thamm: Ja, also das auf jeden Fall, wobei das bei mir eigentlich noch mehr die Geburt, also meine Kinder sind, wenn man so will, ja. Auf der anderen Seite, ich meine, das war schon vorher auch da, weil auch andere Verwandte dann irgendwie, mein Onkel ist gestorben oder so zum Beispiel. Also das kommt dann schon auch, dass man sich da diese Frage dann irgendwie stellt und ja, Und bei mir war das dann aber eigentlich eher so, dass mich das eher dann zu einer erhöhten. Effizienz gebracht hat. Also wenn man halt irgendwie ein bisschen mehr Energie irgendwie hat oder sich das irgendwie einredet oder wie auch immer es dann am Ende funktioniert, aber man ist dann halt noch wach und hat noch Spaß am Arbeiten, und der Tag halt dann einfach auch nie endet, dann kann man so ein bisschen rumschludern. Ja, wenn man natürlich dann alleine an so gewisse Zyklen gebunden ist, mit Kindern in die Kita bringen oder, dann irgendwie Abendessen machen um 18 Uhr oder so, ja, dann ist man auch sofort in diesen Rush-Hour-Zeiten irgendwie drinnen und so weiter, dann schaut man schon, dass man halt, nicht zwei Stunden Meeting ansetzt für irgendwas, was man in fünf Minuten besprechen kann oder so. Und man priorisiert halt auch stärker auch, mit wem man wie viel Zeit verbringt oder so. Das ist schon auf jeden Fall so ein Thema. Aber auf der anderen Seite hat man, finde ich, oder für mich, hat das noch viel mehr eigentlich diesen ideologischen Moment nach vorne gebracht, um zu sagen, so, hey, du willst da wirklich irgendwas hinterlassen? Du willst nicht, dass dein Sohn irgendwie dann halt dann in der Schule sagt, du bist der Sohn von diesem komischen Alexander Thamm, der einer erzählt hat, KI ist total geil und dann war es doch nicht. Also so, weißt du, so, dass dieses Verantwortungsgefühl, Das wird dann nochmal gestärkt. Und natürlich, klar, dieses Thema, dass es halt endlich ist. Und dass man halt irgendwie schon was Positives zurücklassen möchte. Ob es irgendwann jemand interessiert, also mit meiner Frau kommen wir dann irgendwann mit Kindern darüber und dann kommt immer so ein Nihilismus rein und sagen, ja mein Gott. Da gibt es übrigens eine geile Szene bei Men in Black zum Thema wie wichtig sind wir Menschen und dann fühlen wir uns so total wichtig und dann gibt es dieses Volk, kennst du das, die leben in diesem. Spind.

Thomas Mühlnickel: Dieses Mini-Volk, das da sitzt.

Alexander Thamm: Genau, Gott macht die Tür auf und so, fuck, was ist der Spind und so und dann gibt es irgendwie so eine Szene, wo dann Will Smith irgendwann auch nur so eine Tür aufmacht und dann sucht die Kamera so raus und da laufen dann so die Aliens und dann leben die Menschen auch nur in so einem Spind. Also man so ein Sci-Fi-Fable hat. Also who gives a shit? ja, also der Planet, kennst du den Witz mit den zwei Planeten eigentlich?

Thomas Mühlnickel: Den nicht, nein. Jetzt springen wir ganz schön. Ansonsten bin ich so ein Fips Asmussen in dieser Welt, aber den kenne ich nicht.

Alexander Thamm: Also treffen sich zwei Planeten und der eine, der sieht richtig schlecht aus und der hustet die ganze Zeit. Ja, und er sagt so, was ist denn los mit dir? Du weißt was, ich glaube, ich habe einen Mensch. Dann sagt der andere, ach, ist kein Problem, geht vorbei.

Thomas Mühlnickel: Wir können uns ja diese Größe von Zeit und Raum überhaupt nicht vorstellen. Und wie irrelevant für die Größe des Universums und die Zeiträume, die da laufen, diese 70, 80 Jahre sind, die wir hier rumeiern und uns für total wichtig nehmen und für das Zentrum dieses ganzen Universums halten. Und in Wahrheit... Fuck, nobody gives a shit.

Alexander Thamm: Ja, genau. Also das ist so ein bisschen so das, weshalb uns auch teilt so, ich habe mal mit so einem Investor geredet und der wollte mich dann so ein bisschen catchen und hat dann gesagt so, what keeps you up at night? Und ich so, also ich schlafe eigentlich total gut. Also eigentlich nix. Also ich glaube, das ist so, also auf der einen Seite, klar ist die Verantwortung da, ich nehme die auch ernst und wahr. Auf der anderen Seite ist schon so, mein Gott, ja, ich bin auch nur so, am Ende bin ich auch nur so ein. Arsch im Raum der Zeit. Kennst du das von Wieso?

Thomas Mühlnickel: Nee, das kenne ich nicht.

Alexander Thamm: Egal.

Thomas Mühlnickel: Aber genau das sagt einem dann ja auch, dann mach aus der Zeit, die du hast, das Beste.

Alexander Thamm: Hol was raus. Das ist eins, was du machen kannst. Hab aber auch Spaß. Das ist, habe ich auch mal Sinn des Lebens, auch wenn wir es voll abdriften wollen. Was ist der Sinn des Lebens? Für mich das Leben. So einfach. Also das Geschenk des Lebens, wenn man so will. Und der Sinn des Lebens ist das Leben selbst. Da sein. Und es ist halt nicht unbedingt nur, also mein Motto war so, life is the high score, das ist so ein bisschen Elon Musk, aber nicht um jeden Preis. Ich habe Freunde in den USA, die sind Millionär, Multimillionär geworden, einfach weil sie drei Jobs gemacht haben. Die haben halt einfach bei McDonalds, Burger King und weiß ich nicht, Taco Bell gleichzeitig gearbeitet. Und da wirst du auch reich, wenn du dann kein Geld ausgibst, so Rich Dad Poor Dad, also das einfach compound ist, solange bis du halt irgendwie dann Assets hast und dann wirst du auch irgendwie reicher oder manche verkaufen halt Drogen oder so. Also geht schon, aber was dann? Also, Was war drin? Das ist die große Frage.

Thomas Mühlnickel: Alex, wir werden heute überziehen, das weiß ich jetzt schon, aber lass uns erstmal kurz, wenn du magst.

Alexander Thamm: Du kannst mich auch härter abmoderieren.

Thomas Mühlnickel: Ich höre dir so gerne zu, das macht so Spaß. Ich kann es dir mal verraten. Zum einen, ich liebe diesen Podcast, weil ich hier alle zwei Wochen Menschen sitzen habe, die einfach coole Sachen machen, coole Geschichten zu erzählen haben und die allermeisten davon sehr inspirierende Leute sind. Und dann hast du mich. Und dann habe ich Alexander Thamm. Und dann höre ich so gerne in diese Geschichten rein, also gerade wie entwickeln sich Leute, wie ticken die, wie denken die über die Welt, jetzt gerade auch über das Universum. Ich höre das einfach so gerne und dann dauert es eben manchmal auch ein bisschen länger.

Alexander Thamm: Aber du bist der Boss.

Thomas Mühlnickel: Ich bin der Boss und das ist das Gute am Podcast. Wir müssen ja nicht irgendwie 48 Minuten 30 machen, wie im Fernsehen, sondern wenn wir am Ende 10, 20 Minuten länger machen, Leute können ja ausschalten und wenn sie es interessiert, hören sie weiter wie ich.

Alexander Thamm: Stimmt. Oder auf 1,5 abspielen.

Thomas Mühlnickel: Oder auf 1,5 abspielen. Das ist aber bei uns beiden noch echt schwierig. Könnte bei uns beiden eher helfen, auf 0,75 zu gehen. Magst du mir fünf Sätze vervollständigen?

Alexander Thamm: Okay.

Thomas Mühlnickel: In der Öffentlichkeit beeindruckt mich derzeit.

Alexander Thamm: Boah. Boah. Boah, eigentlich niemand, ey. Das ist so ein bisschen negativ, gell?

Thomas Mühlnickel: Aber das ist eine interessante Entwicklung. Die ersten 20, 25 Folgen dieses Podcasts, war das eine Frage, die fast immer so aus der Pistole geschossen beantwortet wurde. Ich bemerke jetzt seit gut einem halben, dreiviertel Jahr, dass die Leute sich mit dieser ersten Frage immer extrem schwer tun. Die wenigsten haben sofort eine Antwort.

Alexander Thamm: Also ehrlicherweise, ich glaube schon seit bei mir zwei Sachen. Also ich mache mein LinkedIn und so, aber ich konsumiere eigentlich gar nicht mehr so Nachrichten. Meine Informationen zum Alltag habe ich, wenn ich an diesen Boxen, wo die Zeitungen drin liegen, vorbeilaufe. Da steht immer drin, wieder ein Kind ertrunken oder ein Zug verunglückt oder irgendwas war zu spät. Also von daher, ich habe das gar nicht so. Also ehrlicherweise, ich tue mich da wirklich schwer. Keine Ahnung, wo das Ausland ist. Es ist okay, wenn ich jetzt ein bisschen abgeloost.

Thomas Mühlnickel: Aber das sieht man, dass wir das vorher nicht durchgesprochen haben. Ich habe noch vier. Mal gucken, wie viele kommen.

Alexander Thamm: Schau mal, vielleicht schaffe ich ja drei von fünf.

Thomas Mühlnickel: Über Deutschland denke ich.

Alexander Thamm: Das ist doch was. Da können wir doch jetzt einsteigen.

Thomas Mühlnickel: Du sollst einen Satz vervollständigen und keine Geschichte erzählen.

Alexander Thamm: Ich liebe Deutschland. Nein, also über Deutschland denke ich, das ist geil. Also ich kotze natürlich auf der einen Seite auch ab, aber auf der einen Seite, ich will hier auch nicht weg. Also ich, über Deutschland denke ich, Deutschland ist geil. Punkt.

Konstruktive Kollaboration statt gesellschaftlicher Spaltung

Thomas Mühlnickel: Wir sollten mehr Wert legen auf.

Alexander Thamm: Auf konstruktive Kollaborationen. Soll ich es erklären?

Thomas Mühlnickel: Erklär es bitte.

Alexander Thamm: Also ich bin jetzt hier so ein bisschen in der Politik, so schnuppere ich da rein und ich komme da wirklich wie die Jungfrau zum Kinde. Und dann habe ich mich zum Beispiel gewundert, warum heißt es denn Sitzung? Turns out, man sitzt halt acht Stunden, quatscht. Ich habe dann schon die zweite Kanne Kaffee und das macht mich total hibbelig. Und man kommt nicht zum Ergebnis oft. Das nennt sich dann politische Diskurs. Das fand ich am Anfang ganz, ganz fürchterlich. Ja, jetzt habe ich aber gemerkt, auch jetzt hatten wir uns gerade in Herrsching 1250 Jahre älter als München Volksfest, und dann sitzt du da halt am Biertisch und da es halt dann beschränktes Spektrum an Menschen ist, sind da halt alle möglichen Nuancen dabei. Da sind unterschiedliche parteiliche, unterschiedliche Werte, unterschiedliche Nationen, wie auch immer. Und dann ist da auch mal einer von so einer AfD oder irgendwas dabei und man hat halt gleich so, fuck, Alter, keinen Bock, ich setze mich weg. Aber dann ist kein Platz mehr und man ist irgendwie auch schon nicht mehr, die Maß ist noch nicht leer und dann fängt man an mit den Leuten halt zu reden, einfach weil niemand anders da ist. oder früher hat man zum Schafkopfen halt für Leute gebraucht oder so, oder zum Skatspielen. Und man findet sie dann trotzdem irgendwie noch so ein bisschen doof. Und man geht auch nicht mit, mit deren Weltanschauung, was auch immer das jetzt ist. Aber trotzdem merkt man, das ist jetzt niemand, den ich jetzt irgendwie sofort abstechen muss, wenn er das Zelt verlässt. Also was ich damit sage ist, ich glaube, was halt ein Problem ist, auch durch KI und durch Algorithmen, die immer wieder das vorspielen, was du halt eh schon denkst und das halt die ganze Zeit verstärken und teilweise auch das sogar ins Negative manipulieren, wenn das irgendjemand anderen hilft. Es fehlt halt einfach, dass wir uns einfach untereinander austauschen und so dieses Agree to Disagree, dass wir halt auch unterschiedliche Standpunkte so absurd die sein können, dass wir trotzdem halt versuchen, das Menschliche zu sehen, die Menschen wirklich als, als irgendwie wertvoll und als am Ende Ergebnis der Evolution. Also wenn es einen Gott gibt, hat er sich dabei was gedacht? Oder sie, das ist der Mensch, wenn es Universum ist, hat es das Universum gedacht? Und wenn es einfach random ist, ist es einfach random. So oder so, es ist, das ist ja das Schöne beim Statistiker, der geht ja auf die Empirie. Es ist empirisch, sind die Leute halt nun mal so da und die ticken halt nun mal so. Und manche Leute werden halt gewählt und sind dann an der Macht und wir kotzen ab. Und andere Leute schaffen es halt in einem System nach oben und sind dann einfach präsent und sind halt da. Nur es ist immer so lustig, diese einzelnen Leute zu, wie soll ich sagen, wie heißt das, dämonisieren. Aber wir haben die ja dahin gebracht. Wir alle zusammen. Das ist auch nichts, wo wir sagen können, oh, die Menschen sollen alle immer lieb und freundlich sein. Ja, waren sie halt nicht. Also der Mensch ist ja einfach auch bloß ein bisschen so ein unfertiger Prototyp. Ja, schon ein bisschen wahnsinnig, der Mensch. Aber auch das ist ja so. Man kann ja sich nicht immer die Empirie verwehren, indem man irgendwelche Normen auf irgendwas drauflegt, wozu wir gar nicht in der Lage sind. Frieden und Demokratie ist der Ausnahmezustand in der Geschichte der Menschheit. Und wenn wir uns das betrachten, wissen wir, warum wir so sehr gerade darum kämpfen, das auch zu bewahren, weil es eigentlich gar nicht normal ist, das zu haben. Ja, und deshalb, wie auch immer. Aber zum Schluss... Was war nochmal die Frage...

Thomas Mühlnickel: Du hattest gerade kurz erklärt, auch mit Leuten zu sprechen, die nicht der gleichen Meinung sind. Und das ist ein spannender Punkt. Du kannst auf der Rückfahrt nachher, könntest du nochmal in die Folge mit Mo Asumang reinhören. Die war zum Jahreswechsel hier. Und Mo wurde von Rechtsradikalen bis hin zum Ku-Klux-Klan wirklich massiv angefeindet mit Todesdrohung. Und die ist so wahnsinnig, dass die den hinterherreist und die zur Rede stellt und sagt, warum willst du eigentlich, dass ich sterbe? Erklär es mir bitte mal. Und mit den Leuten ins Gespräch geht, obwohl die sie killen wollen. Das ist super. Da kriege ich Gänsehaut. Und das ist natürlich krass mutig. Mo erlebt da die irrsten Sachen und hat es dann auch erlebt, dass Leute dann, wenn sie erstmal mit ihr reden und eine Schwarze, die sie eigentlich hassen, plötzlich merken, die ist total nett und total normaler Mensch und auch durchaus, in ihrem Weltbild erschüttert werden, dass diese Frau so irre ist, auf sie zuzugehen und zu sagen, was willst du eigentlich von mir? Sehr spannende Folge.

Alexander Thamm: Da knicken die Leute oft ein und die Leute verstecken sich hinter einer Anonymität, hinter einer Gruppe und nur die Gruppe. Da gibt es ja auch tausende von Experimenten, Auch wie Nationalsozialismus dann passieren konnte. Also das ist genau so, denke ich. Und man denkt sich dann schon, wie gesagt, dieses Agree to Disagree und alleine Diskurs bringt einen irgendwie wieder näher zusammen. Und das ist, glaube ich, so ein bisschen, was verloren gegangen ist. Sei das eine, wie heißt das, so eine Volkspartei oder wie auch immer. Aber irgendwie so, es gibt halt nur diese Extreme. Und jeder weiß, in Yin-Yang-Bla, das eine steckt im anderen. Also es gibt keine Schwarz-Weiß-Welt. Das will auch gar niemand. Das hat auch in der Natur nie funktioniert. Und keiner von uns hat komplett recht. Das müssen wir einfach mal akzeptieren. Also außer ich und meine Frau. Eigentlich meine Frau.

Thomas Mühlnickel: Du selbstverständlich. Jeder hat recht. Zwei Satzvervollständigung noch, um zu gucken, ob du alle vollkriegst. Der nachfolgenden Generation rate ich.

Alexander Thamm: Keine Ahnung, bin ich Gandalf. Was rate ich denn? Lebe dein Leben.

Thomas Mühlnickel: Morgen wird besser als heute, weil …,

Alexander Thamm: Weil die Sonne wieder erscheint. Ich bin darin, glaube ich, echt nicht gut.

KI als Werkzeug und Europas digitale Souveränität

Thomas Mühlnickel: Nee, aber das war sehr unterhaltsam. Die KI ist also langfristig für uns ein Hilfstool, das uns effizienter macht, besser macht?

Alexander Thamm: KI ist ein Akkuschrauber. Das ist so, wie wenn du sagst, die Akkuschrauber kommen und bohren uns in die Köpfe rein. Und es ist einfach fucking Bullshit. Das ist einfach ein Werkzeug. Es ist ein schönes Werkzeug, aber es ist ein Tool. Und ja, ja, also kann auch mit dem Akkuschrauber kannst du Leute in den Kopf bohren. Ich glaube, ich habe zu viele Splatterfilme geschaut als Jugendlicher, ja. Aber das ist, ja, alles kann irgendwie als Waffe eingesetzt werden und ja, KI kann skalieren und es muss auch irgendwo reguliert werden, was es ja auch wird und ist, aber auch nicht nur das Werkzeug muss reguliert werden, sondern die Anwendung des Werkzeugs. Es braucht Leute, die halt, das wie beim Internet am Anfang, da wurde auch Schundluder getrieben in vielerlei Hinsicht und es gibt auch immer noch ein Darknet und so, aber. Also wir leben trotzdem irgendwie so damit und wie gesagt, auch da so ein bisschen, also wenn es so kommt, dann kommt es so. Also dann, aber das aber es sind auch Leute, die das sozusagen instrumentalisieren, diese Angst vor KI, wie gesagt, das sind eigentlich die Bösen. Das sind auf jeden Fall nicht die Guten. Weil die entweder keine Ahnung haben oder weil sie das einfach nutzen, um Geld zu verdienen oder um wichtig zu sein oder um einfach Schrecken zu verbreiten und sich dann aufzugeilen da dran.

Thomas Mühlnickel: Jetzt investieren dieses Jahr die großen AI-Companies 800 Milliarden Dollar in ihre Rechenzentren und in den Ausbau ihrer ganzen Systeme. Das ist extremst viel Geld. Also wenn man sich was Deutschland ausgeben will für das Investitionspaket über Jahre, das ist wirklich ein Klacks dagegen. Vielen Dank. Stehen wir da vor einer riesigen Veränderung die nächsten ein, zwei Jahre, was diese Technik kann? Und bekommen wir daraus die nächsten riesengroßen Player, wogegen diese ganze Amazon- und Google-Entwicklung eigentlich ein Klacks war?

Alexander Thamm: Das ist eigentlich die krasseste Frage bisher.

Thomas Mühlnickel: Ich habe eine Stunde dafür gebraucht. Danke.

Alexander Thamm: Also nein, Scherz beiseite. Da steckt jetzt sehr viel drinnen. Und das ist auch wirklich nicht so einfach zu beantworten. Also ich versuche es mal ein bisschen zu sezieren. Also da steckt ja einmal drinnen, sollten wir in Europa KI noch ernster nehmen und sollten wir uns souveräner aufstellen und sollten wir mehr in das Thema KI investieren und investieren wir im Vergleich zur Weltwirtschaft zu wenig. Ja, auf 100 Prozent erzähle ich seit 15 Jahren, seit 20 Jahren auf allen Bühnen. Seit 10 Jahren hören die Leute hin, seit 5 Jahren mehr und seit irgendwie, keine Ahnung, gefühlt einer Woche, seitdem die neuesten Modelle von Anthropic, von Donald Trump sozusagen gestoppt wurden, für Europäer oder nicht für Europäer, Entschuldigung, für Non-US-Citizens. Ist das immer lauter. Wird aber auch schon wieder instrumentalisiert, um zu sagen, hey, wir sind ein amerikanischer Unternehmen, wir haben jetzt hier ein paar Server in Deutschland aufgestellt und jetzt ist das unsere Sovereign Cloud. Das ist natürlich Bullshit, weil selbst Cisco im Router ein Backdoor drinnen hat. Also das ist eine Fantasie, die so nicht funktioniert und die Frage ist auch am Ende, ja, wir werden ja sowieso abgehört. Ich meine, war das nicht irgendwie Angela Merkel, die auch, wo das Telefon abgehört wurde und wir brauchen ja eigentlich auch den Geheimdienst, weil wir ja selber da teilweise gar nicht die Sachen mitkriegen. Was habe ich letztens gesehen? BND sucht jetzt irgendwie so 50 Übersetzer oder so, weil die dürfen KI nicht einsetzen und die haben so wenig Übersetzer. Also können die halt nicht, wissen nicht, was die da abhören so ungefähr. Also. Auch da muss man wieder schauen, ob man das nicht auch wieder überschaut, das Thema Souveränität. Aber was KI halt ist, das ist so ein bisschen wie, ich habe mir vorhin über The Frontier geredet, also das Internet-Café, so Ende der 90er. Das ist halt vom Impact her ist KI an einem Stand jetzt, auch mit ChatGPT, das war so der Browser-Moment, sagt man immer. Die Technologie gab es vorher schon, auch das Internet gab es vorher schon, haben Banken und Militär benutzt, dann kam der erste Webbrowser, dann wurde es für die Masse zugänglich und dann war vieles erstmal unklar und so ist es mit KI jetzt auch. Aber KI ist nicht wegzudenken. Wir nutzen das alles schon tagtäglich. Es wird auch jeder, der ehemalige BMW-Vorstand, CEO hat gesagt, KI wird alle unsere Geschäftsprozesse unterstützen. Mal mehr, mal weniger. Und KI ist, by the way, auch nicht nur Machine Learning, KI ist auch ein Expertensystem. Also die Definition, die wir im KI-Bundesverband haben, wo wir relativ lange dran rumgeschraubt haben, ist einfach die nach Alan Turing, der bekannte Mathematiker, da gibt es den sogenannten Turing-Test und der besagt, es ist dann KI, also künstliche Intelligenz, wenn ein Mensch mit menschlicher Intelligenz nicht unterscheiden kann, ob er mit einem Menschen oder mit einer Maschine interagiert. Weil dann ist die Maschine in der Lage, quasi künstlich intelligent zu sein, zu wirken. In der Wahrnehmung. Das heißt, das muss nicht nur Machine Learning sein. Das muss auch auf jeden Fall keine Superintelligenz, Artificial General Intelligence sein. Es kann auch ein, wenn der Porsche im Kreis fährt und das macht er mit einem Experten-System, also was von Menschenhand parametrisiert wurde, von Fahrwerksingenieuren zum Beispiel, dann ist das auch künstliche Intelligenz, weil du nicht weißt, wenn du siehst, ob da ein Fahrer drin sitzt oder nicht.

Thomas Mühlnickel: Wir reden in Deutschland seit drei Jahren über Sprachmodelle und das ist ein Teil des ganzen Spielfelds, aber nicht das Spielfeld.

Alexander Thamm: Genau, sowieso. Das ist ein, also wenn du so ein lustiges Venn-Diagramm hast, dann ist das unten so ein kleiner Bobbel. Aber auch das kann man überall nachlesen, wenn man will. Also von daher. Ist es schon wichtig für uns, das Thema ernst zu nehmen und wir schaffen das ja auch. Wir haben Black Forest Labs zum Beispiel, die die beste Bild-KI machen, wir haben Mistral, die da mithalten können, was jetzt das Thema Sprache angeht und so weiter. Wir haben ganz viele tolle kleine Firmen bei uns im KI-Verband, die irgendwas supergeil lösen und die auch Unicorns sind. Also wir haben das Talent, wir haben auch zum Thema Infrastruktur. Also ich bin, aber das ist ein bisschen auch vielleicht meine Meinung, ich bin halt ein gelernter Statistiker sozusagen, ja, ich glaube halt immer nicht an diese Brute-Force-Geschichte. Wir hatten das früher auch schon bei verschiedenen Algorithmen, dass da neuronale Netze genommen wurden für irgendwas, was man halt, mit dem einfacheren, direkteren Algorithmus lösen konnte. Und das Problem, es gibt zwei Probleme bei diesen Investitionen. Das erste ist, es ist gerade so eine Kreislaufwirtschaft. Da gibt es diese lustigen Bilder im Internet von so einer Steckdose, die in sich selber reingesteckt ist. Also es wird halt gerade verwendet, um halt so ein bisschen Schneeballsystem. Strukturvertriebsmäßigkeit, werden so Deals gemacht. Ich kaufe dir das Glas für 5 Millionen ab und dafür kaufst du von mir den Becher hier für drei Millionen. Das wäre jetzt schlecht, der Deal. Egal.

Thomas Mühlnickel: Ja, egal. Also ich habe danach zwei Millionen mehr.

Alexander Thamm: Genau, genau. Und dann sagen alle, die Börse sagt, hey geil, der hat wieder einen Fünf-Millionen-Deal abgeschlossen für so ein schönes Glas. Und der hat den Becher gekauft und dann geht die Bilanz hoch und also und jeder hat halt FOMO, dass er irgendwie den Nvidia-Moment verpasst oder so. Aber wir sind ja, wir haben aktuell fast 400 laufende Projekte. Also wo wir irgendwo KI irgendwo reinschrauben oder eine ganze Firma umbauen mit KI oder ich baue ja gerade auch ein Hotel im Zillertal selber mit KI und so. Können wir auch noch drüber reden, wenn du magst, aber müssen wir nicht. Auf jeden Fall. Und da ist aber nirgendwo so dieser Magic Moment. Also das ist nirgendwo so das, wo die KI ist immer mal da, sondern auf einmal so bam, haben die die Doppelte an Kunden oder die brauchen ihren Customer Service nicht mehr. Oder die, also ich habe es früher das die Fabel vom Big Data Dukatenesel genannt. Das war in der Big Data Era auch schon so. Also vorne Daten rein, hinten, Jetzt können wir mal pullern, sagen wir nicht. Kackt der Esel Goldstücke raus. Das ist nicht so. Also es gibt auch kein Unternehmen, die das irgendwie so geschafft haben. Also auch kein Tesla, da wird immer wieder Sachen versprochen, du brauchst keine Radiologen mehr und das autonome Fahren ist schon da und so. Aber der kurzfristige Impact wird halt überzogen, aber der langfristige Impact, also dass das einfach in der Gesellschaft, dass das alles beschleunigt, alles irgendwie anders, besser, wie auch immer macht, das wird halt wiederum unterschätzt und das ist halt so ein bisschen diese Dichotomie an dem Thema. Aber um nochmal auf diese Investitionen zu gehen, wir haben ja ein tolles Projekt jetzt. Wir haben SOOFI zum Beispiel, wir haben die LEAM-Initiative, also wo wir auch europäische Modelle bauen. Wir müssen da schon mit dabei sein. Wir können nicht sagen, wir kümmern uns jetzt gar nicht mehr um Raumfahrt. Also wir machen ja hier zum Beispiel Luna Bavaria, wir fliegen ja zum Mond auch in Bayern jetzt. Das ist auch eine geile Geschichte. Brauchen wir, ja. Ich finde es aber auch ein bisschen geil irgendwie. Ich liebe auch Raumfahrt. Aber man kann jetzt nicht da überall einfach nicht mitmachen. Aber man muss jetzt nicht das so vollkommen übertreiben und halt vor allen Dingen so diesem Irrglaube der allgemeinen künstlichen Intelligenz nur mit Brute Force.

Machtkonzentration, Informationshoheit und die Welt der KI-Agenten

Alexander Thamm: Und das, was ja aber eigentlich passiert, und das sollte uns schon zu denken geben, so wir haben diese ganze Cloud-Geschichte verpennt. Wir haben paar Sachen verpennt. Wir haben auch keine Suchmaschine, bla bla.

Thomas Mühlnickel: Und das ist das ganze Internet verpennt.

Alexander Thamm: Das ganze Internet verpennt, genau. Ja, es gibt schon so ein paar Internetfirmen auch bei uns, die irgendwie erfolgreich sind. Aber es ist natürlich schon so, wenn jetzt...

Thomas Mühlnickel: Der letzte große Knaller war SAP und danach kam nur noch Alexander Thamm. Mehr hatten wir nicht.

Alexander Thamm: Wir haben, also Zalando ist eine coole Firma. Ich weiß nicht, wie man das mittlerweile gehört. Gehört das noch? Ist ja auch egal. Aber wir haben schon oft das Problem, dass wir halt was Cooles bauen. Da wird das so ein bisschen so weggeskimmt von ausländischen Investoren. Da ist es halt keine europäische Firma mehr. Das ist ein bisschen ein Problem auf jeden Fall. Aber was ich halt sagen wollte ist, was jetzt schon sehr gefährlich ist für uns, wenn zum Beispiel halt alle unsere Kinder, du halt vorher von der nächsten Generation geredet hast, wenn die sich halt quasi informieren, Über eine Quelle, die halt von einer Person aus Amerika oder aus China oder whatever kontrolliert wird. Also da sind mehrere gefährliche Aspekte. Einerseits ist einfach die Kumulation von Macht, hat halt nie funktioniert. Haben wir auch mal probiert. Also nicht so geil gewesen für viele Menschen. Dann, weil einfach da ist dann zu viel, wenn halt die Person doch gaga ist, dann oder irgendwann gaga wird, dann ist halt ein Problem. Also zu viel Macht, in zu wenig Händen ist immer schlecht. Und das ist mit KI natürlich krass schnell möglich, weil es halt so skaliert. Das andere Thema ist. Wenn dann sozusagen auch Leute dann die Informationen daraus konsumieren. Also wenn ich nur einen Nachrichtensender gucke, ist halt auch schlecht. Da sind wir wieder im Thema Diskurs, Austausch, verschiedene Blickwinkel. Und das haben wir schon natürlich mit dem Internet so ein bisschen verpasst. Und das kann bei KIs noch noch viel schlimmer werden, weil die Leute natürlich nicht mehr so googeln, sondern die nutzen halt irgendein KI-Modell, um sich zu informieren und auch Tipps zu holen und sich beraten zu lassen und so. Und da haben wir halt auf jeden Fall Verantwortung. Ich glaube aber, wir nennen es Agentic Mesh. Jetzt springen wir mal kurz ins Technische. Also ich glaube halt vielmehr, so wie wir auch jetzt als einen Konsortium-Partner dieses Spark gebaut haben, also für die Bundesregierung, diese Software, die dramatisch, also die sagen jetzt 50 Prozent, das ist eigentlich noch mehr, die die Zeit reduziert, wie so Bauanträge zum Beispiel prozessiert werden können. Und das ist zusammengesetzt aus vielen kleinen KIs, wenn man so will, die auch noch Open Source sind. Das heißt, es braucht auch gar nicht so dieses Monsterding, sondern es ist halt so wie. Das haben wir beim autonomen Fahren, das haben wir überall, wo Machine Learning Statistik funktioniert, das ist auch ein Kollaborationsmodell von Menschen, dass auch die KI sich leichter tut, wenn sie weniger Kontext hat, also wenn sie mehr weiß, für was sie zuständig ist und wenn sie halt stärker spezialisiert ist und dann quasi, wenn diese Agenten sozusagen zusammenarbeiten. Und wir nennen das Agentic Mesh, weil wir halt in den Firmen sehen, dass Firmen sozusagen, ich stelle das wirklich vor wie so ein Netz, was, auf so einer Bergkette liegt, was sozusagen das Unternehmen einfach unterstützt, die Menschen unterstützt und wo Agenten in den Prozessen sozusagen helfen. Und die haben eine ganz spezielle Aufgabe, die sind auch kontrolliert, also dürfen auch Dinge nicht tun. Da gibt es eine Semantik, da gibt es eine Agentic Governance, also es gibt ein Regelwerk und es gibt auch eine Verantwortung, die wieder bei irgendeinem Menschen liegt, der halt den Akkuschrauber nicht in den Kopf bohrt. Und bei dem Bild wieder zu sein. Und es gibt halt, und diese Fantasie von diesem, wie bei IBM Watson war auch mal so, also diese, Wir lassen uns halt immer wieder von diesem Märchen verzaubern.

Thomas Mühlnickel: Die Agenten waren gerade, nochmal ein gutes Stichwort, die sind ja momentan im Business-Bereich schon extrem am Kommen. Es wird ansonsten sehr viel über sie fabuliert. Wie werden die Agenten das alles hier verändern? Neben den Robotern, die bei BMW durch die Werkshallen laufen und laufen sollen. Es wird aber gesagt, die kommen jetzt demnächst auch ins Private rein. Ich habe gerade kürzlich einen Artikel gelesen, dass, Amazon, Otto, Zalando sich alle darauf vorbereiten, dass demnächst die Shopping-Agents kommen und irgendwie quasi die Macht übernehmen, weil mein Thomas-Mühlnickel-Agent dann quasi weiß, wie groß ich bin, wie schwer ich bin, wie viel Bauchumfang ich habe, wie lange meine Arme sind, und welche Klamotten ich gerne trage und einfach mir nur noch Vorschläge aus dem Netz holt und sagt, hier, das wird dir passen, das wird dir passen, noch das, das ist cool und das gibt es da billiger.

Robotik, Jobs und Regulierung versus Innovation

Thomas Mühlnickel: Kannst du das absehen, wie krass dieses Agententhema für uns als Privatleute wird?

Alexander Thamm: Also das ist richtig krass und übrigens, weil du von den Robotern redest, das ist auch richtig krass. Also das mit den, kurz mal mit den Robotern einmal rausgeschwungen, das habe ich total unterschätzt, weil mein Onkel, der war so ein Embedded Systems Freak schon in der DDR, ja, und irgendwie hat das alles immer nie so funktioniert, ja, und aber durch Also embodied AI, also durch das Thema der besseren Intelligenz sozusagen jetzt in die Roboter reinzumachen, hat das sozusagen diese Domäne so ein bisschen beschleunigt. Und nachdem der Medienmarkt jetzt auch chinesisch ist, kannst du da schon für 5000 Euro oder so, kannst du dir schon so einen kleinen humanoiden Roboter holen. Und das ist schon richtig abgefahren, weil das wünschen wir uns ja alle. Keiner hat Bock auf seine Hausarbeit, keiner hat Bock auf Kochen oder so ein bisschen Showkochen. Aber jetzt stell dir vor, du hast irgendeinen Hersteller, keine Ahnung, ein BSH oder was auch immer. Und da wird jetzt überlegt, wie schaut das so... Die Küche der Zukunft aus. Und dann machen die halt noch einen geileren Backofen oder so. Aber wenn du mal schaust, wie zum Beispiel in Asien, wenn du da reich bist, in den Philippinen oder so, dann hast du halt jemanden, der kocht für dich. Und das macht jemand in so einem Kabuff oder so und serviert dann das Essen. Wie so ein Butler halt. So, was passiert denn, wenn jetzt quasi eigentlich in Zukunft ein humanoider Roboter, keine Ahnung, die die Zutaten, die per, was weiß ich, HelloFresh irgendwas kommen, einfach in ein Thermomix schmeißt, das in der Gartenhütte macht und dir dann das Essen serviert. Und was ist dann mit dem Geschäftsmodell von zum Beispiel BSH oder so? Ich sage jetzt irgendwelche Namen random, ist ja egal. Ich kriege da leider kein Geld dafür. Aber wenn ihr mich sponsern wollt. Vielleicht danach. Und das ist schon, und diese disruptive Energie so, it's what you don't see, come what's gonna kill you. Und was wir halt leider immer haben, also wir haben ja eine super krasse Convenience. Meine Schwiegereltern kommen aus Schwaben, habe da auch fünf Jahre in Nürtingen gelebt. Und dann haben wir uns halt immer geärgert, das ist ein schöner Messerladen irgendwie so immer gewesen und der hat halt dann zugemacht, weil da halt keiner mehr eingekauft hat. Oder der Hans-Peter, Shoutout an Hans-Peter, der ist halt Buchbinder und der, ja, das ist halt so, irgendwann ist dann halt McDonalds oder ein Kick drin, so ungefähr, ja, also, aber warum ist das so? Naja, weil du halt bei Amazon bestellst zum Beispiel. Und warum machst du? Weil es halt so fucking convenient ist. Du kannst Sachen einfach zurückschicken und das wird halt dann schon damit auch passieren. Und dann können wir sagen, ja, aber kauf doch lieber, mach das doch lieber irgendwie selber oder der böse Roboter aus China. Ich habe zu Hause vier Roboter. Ich habe zwei Rasenmäher-Roboter. Frag mich nicht, warum ich zwei habe. Ich habe einen Pool-Roboter. Ja, wir haben jetzt einen Pool, voll geil. Und ich habe einen Staubsauger-Roboter. So, da gibt es jeweils immer so einen europäischen oder irgendwie herkömmlichen Incumbent. Da gibt es irgendwie Dolphin für den Pool, habe ich jetzt gelernt eigentlich. Da gibt es dann Husqvarna oder so. Und da gibt es irgendwie vielleicht den Vorwerk oder wie auch immer Staubsauger. Meine Staubsauger sind alle aus China. Die Hardware ist nicht die beste. Ich schrotte die Dinge aber auch ganz gerne irgendwie so. Oder meine Kinder reiten auf denen. Jetzt habe ich ein geiles Video, mein Sohn in so einer Kiste auf dem Rasenmähroboter rumfährt. Und am Ende ist aber die KI da drinnen, die ist so viel besser. Ja, jetzt weiß auch der chinesische Hersteller, wie mein Haus aussieht und so. Oder wer da so rumläuft oder so, das ist halt auch nicht so ganz ohne. Aber mir geht es halt darum, dass das einfach funktioniert und ich auf den Prime das günstig geschossen habe.

Thomas Mühlnickel: Ja. Weil jetzt mal zu den Robotern zurück, die schon laufen können und sowas humanoides ja auch wirklich an sich haben. Du bist ja auch so ein Techie-Typ. Die eine Ausfahrt, die das nehmen kann, es sind doch nicht nur zwei, ich weiß, aber die eine Ausfahrt, ich mache es mir extrem, ist Commander Data, der nette Diener, der irgendwie alles kann, alles weiß und wenn nachts alle schlafen, steuert der das Raumschiff. Und die andere Variante ist ja der Terminator, der um die Ecke kommt und mit seinem Akkuschrauber dir einen Kopf bohrt. Das müssen wir ja so als Meme machen, ja. Kann ich das verhindern, dass das irgendwie die Terminator-Variante wird?

Alexander Thamm: Ich finde, das ist ein bisschen eine irrelevante Frage, wenn ich mal so dagegen treten darf.

Thomas Mühlnickel: Du darfst meine Fragen immer irrelevant nennen, solange du diese Antwort hast.

Alexander Thamm: Das ist gar nicht das Problem. Das Problem ist eher ein anderes, dass wir sozusagen jetzt einfach, dass halt unsere, alle unsere Firmen, die irgendwas für den Haushalt herstellen, pleite gehen, weil wir keine, NEURA Robotics zum Beispiel aus Metzingen, wo das Ausleitzendro ist, weißt du? Das ist doch geil, sowas. Also diese Firmen sind wichtig für uns. Da müssen wir schauen, dass wir da mitspielen können. Weil wir als Konsumenten ja auch bloß nicht europa-loyal sind. Das wird auch so schnell nicht passieren. Wir kaufen dann doch wieder das Billigste irgendwie. So sind wir halt. Und das ist eigentlich die viel größere Gefahr. Und dass wir dann halt sozusagen auch ethisch halt der, wie soll ich sagen, halt deren Wertesystem ausgesetzt sind. Oder noch viel krasser, es gibt jetzt ja so Videos, es gibt ja einen neuen Job der Robotertrainer. Da gibt es ja so Videos, wo so Näherinnen in Bangladesch irgendwie so Kameras aufhaben und die bringen jetzt quasi der KI bei, wie Nähen geht. Also die schaffen sich gerade selber ab. Kann man sagen, gut, der Job war irgendwie für Menschen nicht toll oder so, aber es ist für die jetzt erstmal auf jeden Fall nicht geil. Weil so schnell umschulen können die wahrscheinlich auch nicht. Genauso mit dem Uber-Fahrern, die auch sozusagen einfach nur die ganze Zeit Daten trainieren, damit sie auch nicht mehr gebraucht werden. Kann man sagen, ist doch super, gibt es irgendwie Grundeinkommen, wie auch immer, aber faktisch wichtig ist, dass wir halt da mit dabei sind, dass wir dann auch Unternehmen haben, dass wir halt dann auch irgendwie halt nicht das verpennen, und dann alle sozusagen das Amazon dessen nutzen und das Verrückte ist ja, in Deutschland zum Beispiel, Bruttosozialprodukt ist so 50% Service-Industrie. So, Und da kommt auch diese absurdistanische Bewertung her von diesen ganzen LLM-Firmen, weil deren Markt die targeten die globale Dienstleistungsindustrie. Und zwar erstmal in Form von Wissensagenten, also in Form von, keine Ahnung, buch mir eine Reise, vermakel mir ein Haus, Architekten, die ich eh gefressen habe. Oder ja, auch Marketing, auch Agenturen, weißt du selber. Also wer beschäftigt schon noch so einen richtigen Grafiker oder so?

Thomas Mühlnickel: Wir bereiten uns darauf vor, was auf uns zukommt.

Alexander Thamm: Ja, genau. Also große Agenturketten sind komplett, ich meine, schau dir an, wie auch selbst in der Consulting-Industrie, schau dir an den Aktienkurs von Accenture und Co., wo der gerade hinläuft oder hingelaufen ist. Also das hat ja irgendwie schon alles einen Grund. Und da ist halt wichtig und das ist viel gefährlicher, als dass irgendeiner irgendjemandem im Kopf bohrt. Weil das will ja keiner, das ist ja auch schlechte Publicity. Also sprich, viel wichtiger ist, dass wir europäische Firmen haben, die auch Roboter haben, die du dir einkaufen kannst, die auch nicht deutlich teurer sind. Auf dem Weg hier habe ich mit einem Kumpel telefoniert, der hat sich jetzt so ein BYD angeschaut. Wir sagen ja, wir fahren ja deutsche Automobilhersteller, das ist ja wichtig für uns. Ich komme ja auch vom BMW ursprünglich und so. Ja, dann ist er so bei so einem BYD-Laden mal reingelagt, hat er mir heute erzählt, der JP, Servus. Und hat gesagt, er hat mal gefragt, wenn ich die Hütte voll mache mit allem, was ihr habt, und dann will ich noch irgendwie den Dachgepäckträger oben drauf.

Thomas Mühlnickel: Und so ein BYD, bist du mitgefahren?

Alexander Thamm: Ja. Also ich habe jetzt einmal in Paris, wo ich jetzt war, bin ich erstmal überhaupt mitgefahren damit. Dachte, das wäre ein Tesla. Was glaubst du, was hat der, Ich habe es selber nicht gesagt, das habe ich heute gesagt, die Story. Was hat der Verkäufer gesagt? Volle Hütte. BYD. Bestes Modell mit allem drin.

Thomas Mühlnickel: 45.

Alexander Thamm: 32.000. Hey, da denkt doch keiner mal nach. Da kriegst du eine leere A-Klasse für. Also wenn du überlegst, so ein EQS oder so mit voller Ausstattung, da warst du jetzt mal bei 200k oder so. Klar, dann gibt es so irgendwelche Leasingfaktoren, Rabatte und so weiter. Und das ist, was auf uns zukommt. Und das ist halt diese große Gefahr. Das Problem ist gar nicht die Technologie. Die Herausforderung und das, wo ich halt immer nicht müde werde, ist halt, wir müssen das Zeug anwenden und wir müssen in die Lösung kommen. Ja, weil irgendjemand muss den Scheiß ja kaufen. Und im Grunde, ich sage immer, KI ist wie Zimt. Hast du mal Zimt pur gegessen, geht so.

Thomas Mühlnickel: Geht so.

Alexander Thamm: Ja, genau. Aber wenn das so ein bisschen mit drin ist, schmeckt es halt besser. Also das heißt, wir müssen schauen, dass wir in die Lösungen reinkommen, in die Lösungen, wo wir eben Roboter haben, die funktionieren, wo wir Produkte haben, die funktionieren, wo wir Autos haben, die funktionieren und die gleichzeitig halt bezahlbar sind. Und das ist diese große Herausforderung, nämlich die Anwendung von KI. Und ein europäisches, sage ich mal, eine Vision für Europa. Wir haben alle unsere Wettbewerberstaaten, die haben richtig krasse KI-Strategien. Da steht nicht so drin, so ja, machen wir irgendwie auch. Oder wir wollen irgendwie dafür ein bisschen Geld ausgeben. Da steht da drin, wir wollen World Dominance, weil wir das und das und das tun. Ja, bei uns kann man folgendermaßen ein Startup gründen. Es muss genutzt werden. Und wir haben halt sehr viel Regulatorik außenrum, was gar nicht falsch ist. Ich verteufelte es gar nicht mit der Regulatorik. Das ist auch nicht der Hemmschuh. Es hilft nicht unbedingt, aber es ist nicht der Grund, weshalb es nicht klappt. Was fehlt, ist ein 2030, 2035, 2040. Was ist Europa? Warum braucht es das? Und was ist denn sozusagen, weil wir wissen ja, wir haben keine krassen Ressourcen, wir haben keine Lithium-Minen oder zumindest kein Öl oder so irgendwie. Wir haben ja irgendwo ein bisschen, ja okay, wir haben jetzt nicht das Bevölkerungswachstum. Also was ist denn sozusagen unser Geschäftsmodell als Europa, was ist unsere Vision, warum soll man hier bleiben, außer weil es halt schön ist. Und was müssen wir dafür tun und wie kann uns, ich glaube halt sehr stark daran, dass es eigentlich nur Technologie sein kann, weil wir können es nur über Produktivität schaffen, weil wir werden jetzt nicht viel mehr Leute und wir werden keine anderen Ressourcen irgendwie haben und wir wollen auch jetzt nicht unbedingt irgendjemanden angreifen oder so. Also wir sind ja auch nur die drittgrößte Volkswirtschaft, weil Japan noch schlechter ist. Aber das ist wirklich krass, wenn du dir anschaust, wie diese Entwicklung in den letzten 10, 20, 30, 40 Jahren war, wie weit USA und China uns haben sitzen lassen. Und Indien ist jetzt so da, mit dem wir uns auch toll verbinden könnten. Turns out, Indien ist eigentlich auch so von der Mentalität her, das passt eigentlich ganz gut von den Werten, wenn man so ein bisschen schaut. Oder auch Kanada, wie wir es jetzt machen und so. Und da liegt der Hase im Pfeffer. Also es liegt an dem konstruktiven Diskurs für eine Europavision und dann die Execution dessen.

Thomas Mühlnickel: Alex, diesen Wandel gab es ja immer schon und dass Jobs wegfallen und man teilweise noch daran festhält eine Zeit lang, aber sie fallen sowieso irgendwann weg. So die Kutscher, die die Autos damals total blöd fanden und so. Aber diese Welle, die da auf uns zukommt, die ist ja sehr viel schneller und sehr viel größer.

Alexander Thamm: Das ist viel schneller. Das ist viel schneller auch für uns. Auch ChatGPT hatten wir auch alle total unterschätzt. Wir so, ja, okay, cool, das sind halt so Sprachmodelle. Mein Gott, haben wir auch schon gemacht. Aber es ist halt immer das Problem, wenn du am Fuße eine Exponentialkurve stehst und die aber noch nicht da ist, dann denkst du so, ja. Aber deshalb müssen wir als Gesellschaft, Politik, Unternehmen, gesamte Gesellschaft sich ja wirklich jetzt darauf vorbereiten, wie gehen wir denn damit um. Weil wir haben sehr viele Trends in den letzten 30 Jahren immer wieder verpennt. Und dann kamen die Dinge über uns hinweg und dann haben wir sehr viel hinterher geregelt. Aber dann war es meistens schon zu spät.

Achterbahn der Disruption: Wie Europa bis 2050 zukunftsfähig wird

Alexander Thamm: Weißt du noch den Moment, wo du das erste Mal Achterbahn gefahren bist?

Thomas Mühlnickel: Das war relativ spät. Das ist eine gute Frage. Also relativ spät, weil ich vor so einem Ding früher mal total Schiss hatte.

Alexander Thamm: Ja genau, ich nämlich lustigerweise auch. Das war irgendwie nichts für mich, ich weiß auch nicht warum. Also ich weiß nicht, ich bin das erste Mal Euro-Star gefahren, da wo auch mal herausgefallen ist, auf der Wiesn. Und ich habe mir das wirklich jahrelang überlegt, wie das so ist, da mitzufahren. Und immer wieder bin ich dann da vorbeigelaufen, so, jetzt habe ich doch schon Bier, lieber nicht. Oder ich habe gerade irgendwie gegessen, lieber nicht. Und wie war das dann, als du das erste Mal gefahren bist, war das so, wie du es dir vorgestellt hast oder?

Thomas Mühlnickel: Nee. Vollkommen anders.

Alexander Thamm: Also das würde ich so sagen, oder man könnte auch sagen, das erste Mal Sex, wie auch immer, machen wir jetzt hier nicht vollkommen anders, aber andere Geschichte also, man kann sich darauf nicht vorbereiten Das ist so ein bisschen dieser Kontroll-Irrglaube. Wir können uns, wir sitzen schon in der Lore und die ist schon, also eigentlich sind wir schon, wo das dann so kippt, das Gefühl, du kommst so da hoch und denkst so, fuck, ist halt schon hoch. Und dann hörst du die ersten vorne schon schreien und dann auf einmal reißt sich mit. Und das passiert schon mit uns. Also das heißt, deshalb bin ich da auch insofern relativ entspannt, weil es passiert jetzt halt eh. Ja, und wir, also es ist auch fast schon egal, ob wir jetzt mitmachen oder nicht, es passiert. Und auch da so ein bisschen kann ein Gottglaube sein oder ein Universumsglaube, also es wird sich dann schon richten, ob es uns Europäer noch braucht oder nicht.

Thomas Mühlnickel: Eigentlich müssten wir beide bei der Geschwindigkeit, die das Thema hat, jetzt entweder so ein Buddy-Podcast aufmachen, wo zwei Typen sich immer den ganzen Tag über Quatsch unterhalten, das wäre sehr lustig, oder, Wir führen das jetzt in unregelmäßigen Abständen fort, weil ich glaube, die Taktung, in der wir darüber reden müssen, die ist relativ eng.

Alexander Thamm: Man kann es auch positiv sehen. Also Achterbahnfahren macht ja Spaß. Und es ist doch geil, dass wir in der Zeit jetzt irgendwie leben, in der die mit Abstand größte Veränderung der Menschheit stattfindet. Und ob es danach irgendwie nur noch so Cyborgs gibt oder ob es gar keine Menschen mehr gibt oder ob es noch Menschen gibt, das ist müßig darüber zu philosophieren. Ja, also man kann das gerne mal machen bei einem Joint, hätte ich fast gesagt, oder so, ja, aber es, ist irrelevant, ja, wichtig ist sozusagen, es passiert jetzt und es ist eine Riesenchance, halt das fürs Gute zu verwenden, ja, und das ist auch das Einzige, was sinnvoll ist zu tun, ja, deshalb, wie gesagt, in die Medien schauen, das macht einfach keinen Sinn, ne, also benutzt einfach, ich kann einfach nur jedem sagen, benutzt einfach selber KI, das ist so geil, es macht so viel Spaß und ja, Dinge gehen nicht, oder Dinge gehen halt schon und ich habe es jetzt auch wieder gehabt, wo ich auch, ich werde täglich überrascht, was wieder geht und täglich wieder frustriert, was halt nicht geht, ja, aber es ist, es macht, es ist so viel, es ist einfach so geil, ja, und ich kann halt Dinge tun, die ich einfach gedacht habe, dass ich niemals werde tun können, ja, also irgendwie jetzt auch wieder ein bisschen mit Musik wieder anfangen oder oder einfach auch doch wieder, jetzt doch, ich überlege jetzt auch, ob ich jetzt wieder, ich habe ein Buch mal geschrieben, The Ultimate Data and AI Guide, das war relativ erfolgreich und ich dachte mir so, fuck, ich muss mal ein Update machen, aber klar schreibe ich das Buch jetzt mit KI irgendwie nochmal oder ich kann so viele Dinge tun oder auch so, ich habe Ärger mit meinen Handwerkern halt die ganze Zeit und ich mache einfach alles selber. Ich wollte bei mir in meinem Garten, da habe ich so eine Feuerstelle jetzt gebaut. Dann hatte ich so einen Gärtner da, junger Typ, netter Kerl, der hat sich gerade selbstständig gemacht. Der machte mir ein Angebot für so eine Hecke pflanzen, wo eine Eibe gepflanzt auf 1,21 Meter 150 Euro netto. Da habe ich mir so, ja fuck, okay. Der sagt aber, er hat eine Anwuchsgarantie. Ich so, okay, Mann, weil ich habe keine Ahnung, wie ich eine Eibe pflanze. Und vielleicht ist es auf mich so voll gefährlich. Und man kann, ist auch giftig oder so. Vielleicht ist es irgendwie richtig, dass das halt so teuer ist. Ich finde es irgendwie teuer. Dann fahre ich auf dem Heimweg beim Hornbach, beim Baumarkt vorbei. Kostet die Eibe 29,99. Und dann haben sie mir noch 15 Prozent gegeben. Und sie sagen, eigentlich wächst. Eigentlich tut keiner Eiben pflanzen, weil irgendwie ist halt gerade keine gute Zeit. Also 15 Euro. Da habe ich mir ausgerechnet, Anwuchsgarantie. Also für diese 15 Euro Pflanzen. Ist jetzt nicht geil für die Umwelt oder so, aber ich sage nur. Also die kann mir neunmal eingehen und wenn ich es am zehnten Mal schaffe, dann bin ich break-even. Und dann habe ich einfach wirklich ein Foto gemacht, das kann ich mir mal zeigen. Dann habe ich ein Foto gemacht von meinem Grundstück. Da eine Eibe hin, dies und das und welche Pflanzen und so. Und dann zack, zack, zack, kommt es dann da alles runter. Da steht auch mal irgendein Quatsch drin. Also das heißt, da muss ich das dann schon ein bisschen wieder verproben und so. Aber ich bin jetzt einfach Gärtner. Ich bin mein eigener Gärtner, fuck it. Meine Frau sagt immer so, komm Schatz, wir wollen noch mit den Kindern. Ich so, nee, nee, ich muss noch irgendwie da ein bisschen Mulch drauf und so. Aber deshalb will ich sagen, man kann halt so viele Dinge tun. Wo die auch so ein bisschen, wo halt Ärzte, Steuerberater, Marketinggenies, wo Leute so eine Expertenmacht haben, die erzählen, du bist zu dumm, wenn du deinen gesunden Menschenverstand walten lässt oder die Österreicher Hausverstand, noch viel besser Begriff. und nein, du kannst alles jetzt machen. Natürlich ist alles immer Zeit und du musst dir überlegen, aber das finde ich halt so geil. Und du brauchst dich nicht von irgendwelchen Leuten ärgern lassen. Das finde ich halt so cool. Das ist doch das, was das Schöne ist. Und warum kommt es am Ende an? Es kommt auf das Menschsein an, auf gesunden Menschenverstand, Geschmack, Emotionen, Freude, Mitmenschen, also Quatschen und den Rest macht die KI. Morgen früh stehe ich wieder vor meiner Mannschaft normalerweise, dann muss ich meine Slides machen, die müssen ja auch ein bisschen ordentlich aussehen, weil ich kann jetzt nicht mehr sagen, wir machen geile Slides für die Kunden, aber intern ist alles Murks. Ja, da hätte ich dann, da sitze ich auch in so zwei Stunden, eigentlich hätten wir jetzt schon aufhören müssen, ein Podcast, weil ich, ne, da zumindest, so brauche ich alles, mache ich alles selber mit KI, dann schaue ich da nochmal drüber, ja, und das ist dann, ja, aber da hat der Chef ja die Slides mit KI gemacht, ja. Ja, natürlich, weil es geht doch nicht darum, Du musst doch mir zuhören und, ich bin doch für den Inhalt verantwortlich. Da bin ich bei meinen Bauarbeitern. Ich habe da verschiedenste Nationen. Ich habe da so eine Gang, das sind Albaner, ich liebe die Jungs. Und die haben mir jetzt geholfen, für eine Feuerstelle was auszubaggern. Weil die beim Nachbarn eh noch baggern. Ich so, komm, drehe mal einmal um hier, lass mal einmal kurz rausbaggern und so. Ja klar, hätte ich jetzt auch sagen können, wie damals haben wir immer, wo meine Eltern haben einen Garten gehabt, bei Leipzig und dann haben wir immer an die Kaserne hin, in die Russen-Kaserne und dann haben wir einfach so Kasten, was war das, Ur-Krostitzer oder so mitgebracht und dann kamen die halt und haben die halt geschaufelt, ja, zu zehnt, ne, weil so. Und, aber worauf ich hinaus will, ist, das ist doch jetzt viel schlauer, wenn ich jetzt irgendwie ein, zwei Leute habe, die dann mit dem Bagger das machen, ja, und sich da nicht irgendwie bei 40 Grad jetzt irgendwie am Ende noch einen Hitzeschlag holen oder so, aber der Kunde sagt, nee, nee, lass mal bitte die zehn, whatever, also die zehn Menschen das machen, ja, mein Erdbauer ist schon viel weiter und der rechnet mir einfach die Baggerstunde ab, ja, also der Bagger ist die KI in der Metapher, ja, Also das, und da merkt man, das macht alles gar keinen Sinn mehr. Das ist auch in unserer Beratung, das ganze Time and Material, was ich sowieso immer furchtbar fand. Also lasst uns doch über Gewerke reden und lasst uns doch über, also wir sind zum Beispiel jetzt, ich announce es jetzt schon mal, wir machen jetzt eine Kampagne, wir sagen jetzt, wir sind Europas erste KI-Beratung mit Geld-Zurück-Garantie. Weil ich das einfach...

Thomas Mühlnickel: Nicht mit Anwachs-Garantie, sondern Geld-Zurück-Garantie.

Alexander Thamm: Genau. Ja, genau. Weil jeder macht jetzt ja KI, wir machen das halt schon seit 15 Jahren, das kann jetzt gut oder schlecht sein. Ich denke, es ist nicht schlecht, wenn man schon und dreieinhalbtausend Projekte umgesetzt hat in dem Umfeld oder Produkte gebaut hat. Und wir haben überlegt, wie können wir den Leuten einfach die Angst nehmen oder den Mut geben, das einfach irgendwie zu machen. Und wie können wir natürlich auch sagen, wenn du es machst, kannst du es schon auch mit uns machen, weil wir haben es halt schon mal gemacht. Und nicht der andere, der jetzt auch KI buchstabieren kann. Aber gut, das ist immer schwierig, weil den kennt man vielleicht noch von früher oder so. Und man kann es ja am Anfang ja nicht beurteilen, ob es wirklich klappt oder nicht. Das ist ein bisschen wie beim Zahnarzt. Ob die Prothese hält, weißt du halt nicht nach der Behandlung, sondern ein paar Jahre später. Ähm, äh, Und deshalb sagen wir, wir geben dir Geld zurück. Wir wollen gar nicht in dieses Time and Material. Wir wollen das Outcome haben. Bis hin zu, wie gesagt, mein Lieblingsthema gerade die Heidi, also H-A-I-D-I. Das ist eine KI-Concierge fürs Zillertal. Ich habe ja irgendwann mal so eine marode, so eine marodes alte Pension gekauft, für den Schnapper an der Skipiste in Kaltenbach. Und habe das dann mit meinem Team. Die mussten dann immer, wenn die da waren, auch noch schnell irgendwie einen Boden legen oder so. Oder eine Couch tragen. Da gibt es wirklich viele, die sind da nicht mehr gekommen. Hey, geh nicht mit, du musst wieder arbeiten beim Alex oder irgendwie Rasenmähen oder so. Und da haben wir jetzt das Data Castle, kann man auch buchen, haben wir gebaut und es hat so viel Spaß gemacht. Und jetzt habe ich auch gesagt, das Einzige, was mich nervt, ist, wenn die Leute immer fragen, so hey, der Whirlpool geht nicht an, der Schlüssel? Wann muss ich denn raus sein? Wer legt heute in der Postalm auf? Wie ist der Schnee oben? Und dafür haben wir dann einfach aus Spaß die Heidi gebaut. Und die Heidi weiß das alles. Das ist halt einfach so ein KI-Concierge für das Zillertal. Da sind halt einige Kontextinformationen da, bla bla bla. Und das fand ich jetzt so geil. Da hatte ich so eine Doppelseite in Tiroler Tageszeitung. Und jetzt haben wir durch Zufall durften wir jetzt einen Zillertaler Hof übernehmen. Und da bauen wir jetzt einfach das erste KI-Hotel. Und jetzt sind wir sogar so weit, wo ich selber gebaut habe, so ein Rendering kostet 1500 Euro für so ein Bild. Das brauche ich doch alles nicht mehr. Ich habe die ganze Broschüre für die Bank komplett mit KI gebaut.

Thomas Mühlnickel: Jetzt geht mir mein Geschäftsmodell hier nicht kaputt, Kollege.

Alexander Thamm: Aber auch da hatten wir es schon von. Ein paar Jahre musst du es noch halten. Mach deinen Einspieler mit einer... Nochmal, wenn du keinen Geschmack hast, dann sieht das Hotel auch scheiße aus. Mal schauen, ob es jemandem gefallen wird. Also du musst aber die Geschwindigkeit, in der du Dinge tun kannst und diese Experten-Domäne, wo du abgerippt wirst, das wird halt und es gibt halt viel mehr Menschen, die eigentlich schon gerne was machen wollten. Meine Frau hat immer gesagt, du machst kein Hotel. Du machst auf keinen Fall. Die weiß, also ist immer noch nicht ganz klar, also aber das ist das Geile und das heißt, jeder von euch, der das jetzt hier hört, jeder kann einfach irgendwie nebenher, auch wenn es im Job gerade irgendwie nervig ist oder so, kündigt nicht euren Job. Die Leute fragen mir so, Alex, soll ich meinen Job kündigen? Ich so, don't do it, gerade ist keine gute Zeit, aber mach nebenher irgendwas Cooles und mach das mit KI. Und komm halt über ein Thema da irgendwie rein.

Thomas Mühlnickel: Alex, ich muss gleich pullern. Wir müssen jetzt aufhören. Ja, ich muss jetzt gleich pullern. Ich habe noch zwei schnelle Fragen.

Alexander Thamm: Schnelle Fragen.

Thomas Mühlnickel: Was macht dir Mut?

Alexander Thamm: Also genau das. Ich habe schon das Gefühl, der Groschen ist gefallen. Ich habe das Gefühl, Donald Trump und diese ganzen Deppen, denen kann man eigentlich super dankbar sein. Ich war das erste Mal bei Kunden in Frankreich. Auf einmal arbeiten wir zusammen. Ich kann noch nicht mal Französisch. Es gibt bei uns Leute, die Französisch können. Aber ich glaube, in Europa, wir haben das jetzt irgendwie gecheckt, dass A, KI ist kein Schnupfen, das ist chronisch. Und B. Wir machen jetzt halt so. Es könnte immer noch viel geiler sein, viel mehr sein und es nervt immer noch. Aber es ist viel besser. Früher, was ich mir den Mund fusselig geredet habe, das ist irgendwie mit dem KI, das ist real. Also deshalb, das macht mir total Mut und dass halt auch immer mehr geile Startups hochkommen. Jetzt hier Emmi AI aus Österreich, gerade von Mistral gekauft. Also auch so Firmen, die erst ein, zwei Jahre alt sind. Weil auch die haben wir den Wettlauf schon verloren. Glaube ich nicht, weil wir jetzt quasi leapfroggen können. So, das macht mir Mut. Und ich weiß nicht, und es ist auch einfach schön hier, also wenn man woanders ist, Europa ist schon geil.

Thomas Mühlnickel: Ist geil, absolut.

Alexander Thamm: Und die Leute irgendwie, also von daher, das macht mir sehr viel Mut.

Thomas Mühlnickel: Vor dir sitzt der Erfinder einer Zeitmaschine. Wir beide fliegen jetzt zusammen,

Alexander Thamm: mit dem DeLorean, das ist ja mein Thema.

Thomas Mühlnickel: Mit deinem DeLorean ins Jahr 2050 Am Brandenburger Tor steigen wir wieder aus. Was für ein Land sehen wir?

Alexander Thamm: 2050 ist natürlich ultra lange hin. Also...

Thomas Mühlnickel: Das ist übrigens spannend. Manche Gäste sagen viel zu kurz, andere Gäste sagen viel zu weit.

Alexander Thamm: Also mein Horizont ist so fünf, sechs Monate und selbst da liege ich schon irgendwie 90 Prozent falsch. Also die, wie gesagt, Exponentiale, die Menschen denken, tun sich schwer im Exponentiellen extrapolieren. Das ist dann eher eine Fantasie. Oder wie hättest du es gerne? Ja genau, also ich glaube schon, dass wir uns irgendwie gefangen haben. Wir haben dieses, wir hassen uns alle untereinander einfach so ein bisschen abgelegt. Wir haben einen neuen Modus gefunden. Wir haben vielleicht auch eine ganz schlimme Krise hinter uns, sei es irgendwie so drei Jahre Bürgerkrieg oder vielleicht wirklich ein dritter Weltkrieg, wie auch immer. Aber wir sind halt wieder in dieser Aufbauphase. Und es gibt so einen Satz, vielleicht kann man es damit auch beschreiben, oder so ein Saying. Ich glaube, wir hatten zu lange gute Zeiten. Ich komme noch vielleicht aus einer Zeit, das war keine guten Zeiten. Das hat mich halt zu dem gemacht, der ich bin. Und ohne das wäre ich auch nicht der, der ich bin. Das muss immer so sein. Man kann das nicht unendlich in die Lange ziehen. Wir haben über Zinspolitik und über so ein bisschen immer mehr Aufputschen, haben wir das zu lange herausgezogen. Also es waren good times und good times create bad people. Die haben wir jetzt, sehen wir überall um uns rum. Und bad people create bad times. Da kriegen wir gerade schon so, da sind wir, glaube ich, noch nicht ganz am Boden. Und bad times create aber good people, Und good people create good times. Und dann repeat. Ich weiß nicht, wie du folgen konntest. Am Ende wird es wieder gut und dann wird es wieder schlecht. Und ich glaube, 2050 bis dahin ist, ich glaube, da sind wir wieder in einem anderen. Da sind wir vielleicht wieder am Abschwung. Also von daher, diese neue Welt wird es geben. Wir müssen neue Lösungen finden. Und ich denke schon, dass die Menschheit noch existiert. Und ich glaube, dass wir uns diese neue Technologie auf jeden Fall zunutze gemacht haben. Und es gibt ja schon auch, es gibt ein geiles Buch, Jeremy Rifkin, heißt der Jeremy Rifkin, Zero Marginal Cost oder so. Und der sagt halt, das wird alles total geil. Ja, weil wir machen, wir werden Fusion für uns lösen. Also wir werden unsere eigene Sonne haben. Energie wird quasi nichts mehr kosten. Labor wird nichts mehr kosten, weil das alles Roboter, Maschinen autonom irgendwie so machen. Ja, und auch Wissen wird es überall geben. Und wir Menschen können einfach nur so uns einfach menschlich verwirklichen. Und sowas wie Kunst, wie Kreativität, wie das, was so ein bisschen gerade in der Performance-Welt so ein bisschen als absonderlich abgetan ist, das wird es viel mehr geben. Wir müssen uns halt irgendwie organisieren. Aber von daher, ich zeichne da auf jeden Fall ein positives Bild.

Thomas Mühlnickel: Ich halte mein Fazit heute extrem kurz. Hochspannendes Thema. Geiler Typ. Längste Folge aller Zeiten. Herzlichen Glückwunsch dazu, Alex. Ich danke dir vielmals für deinen Besuch. Das hat richtig viel Spaß gemacht. Ich hoffe, wir sehen uns sehr, sehr bald wieder. Vielen lieben Dank für deinen Besuch, Alexander Thamm.

Alexander Thamm: Danke. Tschüss.

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